Ein Feuerwehrauto kehrt von einem Einsatz in der Ukraine zurück (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uli Deck/dpa)

Hilfskonvoi aus Region Karlsruhe

Feuerwehrmann zurück aus Ukraine: "Würde das jederzeit wieder machen"

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Cornelia Stenull
Heiner Kunold

4.000 Kilometer hat der Hilfskonvoi aus dem Raum Karlsruhe hinter sich gebracht. Feuerwehrmann Jürgen Heger schildert seine Eindrücke von der polnisch-ukrainischen Grenze.

30 Feuerwehrleute aus der Region Kalrsruhe und Bruchsal hatten sich vergangene Woche auf den Weg an die polnisch-ukrainische Grenze gemacht. Mit ihrem Hilfskonvoi brachten sie Spenden zu den Menschen, die wegen des Kriegs aus der Ukraine fliehen mussten. 80 Paletten an Material hatten sie dabei - von Decken bis zu Generatoren.

Jürgen Heger von der freiwilligen Feuerwehr Eggenstein-Leopoldshafen war auch dabei. Direkt nach seiner Rückkehr nach Karlsruhe haben wir mit ihm gesprochen.

SWR: Welche Bilder haben Sie im Kopf, wenn Sie an Ihren Hilfeinsatz denken?

Jürgen Heger: Eigentlich sind das zwei Bilder: Die Menschen aus Polen, die dort still sitzen und nicht wissen, was auf sie zukommt - und trotzdem eine unheimlich große Hilfsbereitschaft an den Tag legen. Auf der anderen Seite natürlich die Flüchtlinge aus der Ukraine. Wenn man sieht, was hier jetzt an Spenden ankommen oder was auch von den Flüchtlingshelfern angefordert worden ist, dann sind das Sachen, die bei uns im Alltag eigentlich gar keine große Rolle mehr spielen, aber dort gerade sehr wichtig sind.

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Welche Dinge sind das, die die Menschen dort brauchen?

Das ist zum Beispiel eine Wolldecke. Das ist etwas, was die Flüchtlinge gar nicht mit rüberbringen. Oder was wir jetzt auch dabei hatten, waren Taschenlampen mit Batterien. Das kann man sich, glaube ich, hier gar nicht vorstellen, dass so etwas irgendwie wichtig sein könnte. Oder eine Thermosflasche für heißes Wasser, um einen Tee zu machen. Das sind lauter Dinge, die dort jetzt quasi zur Erstausstattung gehören. Die jeder Flüchtling, der an der polnisch-ukrainischen Grenze rüberkommt, in die Hand gedrückt bekommt, damit die Reise weitergeht.

Sie waren ja nicht direkt an der Grenze, haben nicht direkt mit Flüchtlingen zu tun gehabt. Aber Sie waren vor allem mit den polnischen Kollegen von der polnischen Feuerwehr beschäftigt.

Wir hatten da viel zu tun. Wir hatten in dem Verteilzentrum, wo die ganzen Spenden ankommen und wo sie von den Helfern vor Ort geordnet werden, tatkräftig mitangepackt. Die ganzen Materialbestände in eine Struktur zu bringen, damit die dort dann zeitnah herausgegeben werden können - und damit die Helfer vor Ort dann auch wissen, wo sie hinfassen müssen. Die wollen ja schnell die Sachen zusammenkriegen, damit die Leute auch schnell etwas in der Hand haben, womit sie etwas anfangen können.

Die Feuerwehren haben sich da gegenseitig geholfen. Wenn man nach Osten fährt - im Moment gerade - wie ging es Ihnen dabei?

Letztendlich war das meine erste Fahrt Richtung Osten, für mich etwas sehr ungewisses: Was erwartet uns da? Wir wussten zu Beginn auch nicht, wie weit wir an die Grenze kommen oder, ob wir direkt an die Grenze kommen. Es hat sich dann immer mehr herauskristallisiert: Die Kameraden mit dem Feuerwehrmaterial, die waren dann quasi direkt an der Grenzlinie und haben auch direkt das Material an die ukrainischen Feuerwehrleute übergeben. Es war eine gewisse Unsicherheit, aber auch eine feste Überzeugung.

Würden Sie es noch mal machen?

Ja, jederzeit.

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