Karlsruhe

Hauptangeklagter bei Stoß vor Zug schuldfähig

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Im Revisionsprozess um den Stoß eines Mannes vor einen Zug in Waghäusel hat die Staatsanwaltschaft 10 Jahre Haft für den Hauptangeklagten wegen versuchten Mordes gefordert. Der 27-Jährige hatte einen Mann im Sommer 2020 unvermittelt ins Gleisbett gestoßen und daran gehindert, wieder auf den Bahnsteig zu klettern. Der 27-Jährige habe an keiner psychischen Erkrankung gelitten, die für die Tat eine Rolle gespielt haben könnte, so ein Gutachter vor dem Karlsruher Landgericht. Der aus Syrien stammende Geflüchtete habe sich in einer Abwärtsspirale aus Resignation und Überforderung befunden. Für die Verteidigung blieb das Motiv für die Tat jedoch ungeklärt, so dass sie auf versuchten Totschlag statt Mord plädierte. Der Angeklagte hatte einen 54-Jährigen unvermittelt am Bahnhof in Waghäusel ins Gleisbett gestoßen. Sein mitangeklagter Bruder, der laut Gutachter an wahnhafter Schizophrenie leidet, griff nicht ein. Das Opfer überlebte trotz eines einfahrenden Güterzugs mit schweren Verletzungen. Das Bundesgerichtshof hob ein erstes Urteil auf, weil die Schuldfähigkeit der Angeklagten nicht ausreichend geprüft worden sei. Das Urteil wird am 2. Mai erwartet.

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