Jugendliche leiden unter der Pandemie (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Armin Weigel)

Karlsruher Präventionstag 2021

Karlsruhe: Kinder und Jugendliche leiden unter der Pandemie

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Beim 12. Karlsruher Präventionstag stehen in diesem Jahr Kinder und Jugendliche im Fokus. Besonders die psychische Gesundheit während der Corona-Pandemie, wird in Vorträgen und Workshops behandelt.

Nicht über Kinder und Jugendliche sprechen, sondern mit ihnen - dieser Satz fällt während der Vorträge und Diskussionsrunden auf dem Karlsruher Präventionstag sehr häufig. Zum 12. Mal kommen hier Vertreter und Vertreterinnen aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe sowie Expertinnen und Experten aus der Forschung zusammen. Seit 2010 werden hier Gespräche zu gesellschaftspolitischen Themen geführt, in deren Zentrum die Prävention steht.

Experten beim Karlsruher Präventionstag (Foto: SWR)
Experten beim Karlsruher Präventionstag

Hilfe bei Problemen in der Schule

Die Bewältigung der Folgen von Schulschließungen und Online-Unterricht während der Pandemie, sind die aktuellen Herausforderungen in der Jugendarbeit, berichtet Wilfried Grüßinger, der Leiter des Jugendhauses Oststadt in Karlsruhe. Dazu gehöre zum Beispiel, Kindern und Jugendlichen Halt zu geben und beratend zur Seite zu stehen, wenn sie in der Schule Probleme haben und nun eine Klasse wiederholen müssen.

"Bei uns dreht sich aktuell alles darum, die Probleme, die durch die Pandemie verursacht wurden, aufzufangen."

Psychische Beschwerden während Corona

Von innerer Unruhe bis zu Zukunftsängsten und Essstörungen. Der Sachbereichsleiter der Psychologischen Beratungsstelle im Landkreis Karlsruhe Fabian Scheiter berichtet über ganz verschiedene Sorgen von Familien, Kindern und Jugendlichen. Die Corona-Pandemie selbst habe zu einer Zentrierung von Themen geführt, so Scheiter. Bei Kleinkindern sei es häufig zu innerer Unruhe und einem verstärkten Bewegungsdrang gekommen, bei Jugendlichen habe die Pandemie mehr Ängste ausgelöst. Zum Beispiel Zukunftsängste und die Sorge, keinen Anschluss mehr bei Freunden zu finden. Bei jungen Mädchen sei das Thema Essstörungen hervorgestochen und bei Familien habe es zum Beispiel durch Home Office mehr Konflikte gegeben, sodass es auch hier einen erhöhten Beratungsbedarf gegeben hat.

Was Kinder und Jugendliche in einer Krise brauchen

Fabian Scheiter betont, dass vor allem Offenheit, Wertschätzung und Verständnis im Umgang mit Kindern und Jugendlichen wichtig seien, damit sie gut durch eine Krise durchkommen. Aber auch außerhalb einer Krise, benötigen sie Menschen, auf die sie sich verlassen können. Sie müssten wissen, dass jemand für sie da ist, egal was sie gerade angestellt haben. Das richtet sich sowohl an Eltern, als auch an pädagogische Fachkräfte wie Lehrer oder Erzieher.

"Kinder brauchen eine bedingungslose Wertschätzung. Sie müssen wissen: Ich liebe dich so, wie du bist."

Fabian Scheiter, Sachbereichsleiter der Psychologischen Beratungsstelle für den Lankreis Karlsruhe (Foto: SWR)
Fabian Scheiter, Sachbereichsleiter der Psychologischen Beratungsstelle für den Lankreis Karlsruhe

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