picture alliancedpa | Sebastian Gollnow (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Eine Person zieht einen liegenden Covid-Patienten auf der Intensivstation des RKH-Klinikums in Ludwigsburg )

Kein Platz mehr für neue Patienten

Fast alle Corona-Intensivbetten belegt: Kliniken im Raum Karlsruhe und Pforzheim schlagen Alarm

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Im städtischen Klinikum Karlsruhe, in Bruchsal, Bretten und Mühlacker sind alle Intensivbetten restlos belegt. Auch am Klinikum Mittelbaden spitzt sich die Corona-Lage zu.

Im Bruchsaler Klinikum im Landkreis Karlsruhe sind alle verfügbaren 21 Intensivbetten belegt. Das gleiche gilt für die Krankenhäuser in Bretten (Landkreis Karlsruhe) und Mühlacker (Enzkreis), die alle zum RKH-Klinikverbund gehören.

Die Auslastung liegt aber nicht nur an den Corona-Patienten. Ihr Anteil beträgt in Bretten und Mühlacker 50 Prozent, in Bruchsal ist etwa jedes fünfte Intensivbett mit einem Corona-Patienten belegt. Auf den anderen Intensivbetten werden schwerverletzte Patientinnen und Patienten, oder Menschen mit anderen schweren Erkrankungen behandelt.

"Wer heute einen schweren Unfall hat oder einen Herzinfarkt erleidet, für den gibt es im Augenblick kein freies Intensivbett in Pforzheim und im Enzkreis."

Klinikum Karlsruhe: "Lage unverändert angespannt"

Am städtischen Klinikum in Karlsruhe sind Stand Mittwoch ebenfalls keine Intensivbetten mehr frei. Elf Corona-Patientinnen und -Patienten werden auf der Intensivstation behandelt, auf der Normalstation sind es nochmal 17 Fälle.

Im sogenannten "Cluster Karlsruhe" ist die Vollauslastung noch nicht erreicht. Von 164 verfügbaren Intensivbetten sind noch acht frei. Das Cluster fasst alle Kliniken im Stadt- und Landkreis Karlsruhe zusammen. Es ist auch dazu da, dass Patienten in Notsituationen von einer vollen Klinik in eine andere, weniger ausgelastete Klinik gebracht werden können.

Die Kliniken im Raum Karlsruhe und anderswo haben eigentlich noch mehr Intensivbetten. Es können aber nach wie vor nicht alle benutzt werden, weil Personal fehlt.

RKH-Geschäftsführer Jörg Martin: "Die Politik hat keinen Plan"

Die RKH-Kliniken betreiben im Landkreis Karlsruhe, dem Enzkreis und dem Großraum Stuttgart mehrere Krankenhäuser. Der Geschäftsführer der RKH-Kliniken Jörg Martin findet deutliche Worte für die aktuelle Situation. Es sei zwölf Uhr, wenn nicht sogar zwei Minuten nach zwölf. Es brauche daher dringend mehr Unterstützung für die Kliniken.

"Wir wollen keine Panik machen, aber die Situation ist extrem kritisch."

Der Pressesprecher der RKH-Kliniken, Alexander Tsongas sprach gegenüber dem SWR von "drohenden Versorgungsengpässen" in der nächsten Zeit. Ein Problem sei nach wie vor, dass die große Mehrheit der Corona-Patienten in den Kliniken ungeimpft sei.

Baden-Baden will Corona-Lage mit mehr Impfangeboten in den Griff kriegen

Die Stadt Baden-Baden möchte deswegen die Impfangebote mit mobilen Teams weiter ausbauen. Das hat Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU) angekündigt. Geplant ist unter anderem die Einrichtung einer Impfpraxis im Klinikum Mittelbaden im Baden-Badener Stadtteil Balg in etwa zehn Tagen. Darüber hinaus soll es auch Sammel-Impftermine, wie beispielsweise am 27.11. im Baden-Badener Löwensaal geben. Und auch niedergelassene Ärzte sollen in ihren Praxen weiter impfen.

Die Lage am Klinikum Mittelbaden spitzt sich aktuell weiter zu. Die Intensivstationen sind gut belegt, noch gebe es aber frei Betten. Im Klinikum gibt es derzeit 33 stationäre Covid-Patienten, zwei von ihnen werden intensivmedizinisch behandelt.

Ähnliche Pläne in Karlsruhe

Auch im Raum Karlsruhe möchte man die Impfangebote für die Bürgerinnen und Bürger ausweiten. Gleiches gilt für den Enzkreis.

In Karlsruhe wirbt die Stadt weiter dafür, sich unkompliziert impfen zu lassen. Mobile Impfteams sind an mehreren Orten der Stadt im Einsatz, zum Beispiel im Einkaufszentrum am Ettlinger Tor. Das scheint anzukommen. Bei einer Aktion am Mittwoch im Gartensaal des Schlosses war am Vormittag eine lange Schlange mit Leuten zu sehen, die sich gegen Corona impfen lassen wollten.

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