Castoren im Zwischenlager für hochradioaktiven Müll in Philippsburg. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Uli Deck)

BW-Umweltministerium informiert über Castoren

Philippsburg wehrt sich gegen Atommüll aus Frankreich und will klagen

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Ein Infoforum des baden-württembergischen Umweltministeriums beschäftigt sich am Mittwochabend mit der Zwischenlagerung von Atom-Müll aus Frankreich in Philippsburg. Die Stadt Philippsburg will gegen die Zwischenlagerung klagen.

Bis zu fünf Castoren aus La Hague sollen in Philippsburg (Landkreis Karlsruhe) gelagert werden. Das Material stammt aus deutschen Kernkraftwerken und soll später in einem Endlager sicher verwahrt werden. Bis dieses gefunden ist, sollen die Castoren im Zwischenlager Philippsburg unterkommen. Die Genehmigung dafür wurde im November erteilt und reicht bis ins Jahr 2047. Deutschland hatte mit Frankreich die Rücknahme des in deutschen Kernkraftwerken entstandenen Atommülls vereinbart.

Stadt Philippsburg will gegen Zwischenlagerung klagen

Das Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle sei nur bis 2047 genehmigt, ein atomares Endlager komme in Deutschland aber frühestens 2050, erklärte Stefan Martus, Bürgermeister der Stadt Philippsburg, dem SWR auf Anfrage. Erst am Dienstag hat der Gemeinderat der Stadt in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen, gegen die Zwischenlagerung von radioaktivem Müll aus Frankreich in Philippsburg rechtlich vorzugehen.

"Die Stadt will diese Einlagerung nicht."

Bürgermeister Martus will jetzt gegen die im November erteilte Genehmigung zur Zwischenlagerung der Castoren aus Frankreich auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks klagen. Er erhofft sich jetzt von der Infoveranstaltung des Umweltministeriums genauere Informationen über die Menge und die genaue Lieferzeit der Castoren.

Das Zwischenlager für hochradioaktiven Müll in Philippsburg. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Uli Deck)
Das Zwischenlager für hochradioaktiven Müll in Philippsburg. picture alliance / dpa | Uli Deck

Offiziell heißt es, das Infoforum "Nukleare Sicherheit und Strahlenschutz" habe das Ziel, interessierte Bürgerinnen und Bürger regelmäßig über aktuelle Themen der Kernkraftwerke, des Strahlenschutzes und der Entsorgung radioaktiver Abfälle zu informieren. Damit setze das Umweltministerium seine transparente Informationspolitik zu Fragen der Kernenergie in Baden-Württemberg fort, heißt es aus dem Ministerium. Das Infoforum ersetzt und erweitert die 2012 eingerichteten Informationskommissionen an den Kernkraftwerksstandorten Philippsburg und Neckarwestheim (Kreis Heilbronn).

Interessierte Bürger können sich anmelden

Das zweite Infoforum soll das Thema "Rücknahme von Abfällen aus Frankreich" beleuchten. Wie genau soll der Transport und die Einlagerung von radioaktiven Abfällen aus La Hague in das baden-württembergische Zwischenlager Philippsburg ablaufen? Welche Menge und welche Art von Abfällen wird nach Baden-Württemberg transportiert?

Ein Zug mit mehreren Castoren bei Biblis (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Helmut Fricke)
Bis zu fünf Castoren sollen aus Frankreich nach Philippsburg transportiert werden. picture alliance/dpa | Helmut Fricke

Diese und weitere Fragen will das Umweltministerium Baden-Württemberg beantworten. Umweltministerin Thekla Walker (Grüne), die EnBW Kernkraft GmbH, die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung und die zuständige Abteilung des Umweltministeriums informieren über den aktuellen Stand. Interessierte Bürger können am Mittwochabend an der Online-Veranstaltung teilnehmen.

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