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In den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie verschärft die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber. Auch in der Region sind noch in dieser Woche Aktionen und Warnstreiks geplant.

Die IG Metall Pforzheim kündigte für die kommenden Wochen zahlreiche Aktionen an, darunter auch ein Autokorso, eine Menschenkette und Frühschluss-Aktionen, bei denen Beschäftigte früher nach Hause gehen. Wo und wann genau gestreikt wird, will die Gewerkschaft kurzfristig bekannt geben.

Forderung der Gewerkschaft: Zukunftstarifverträge

Die Gewerkschaft fordert unter anderem vier Prozent mehr Lohn und einen Teilentgeltausgleich bei Kurzarbeit. Sie wollen sogenannte Zukunftstarifverträge: Damit sollen Unternehmen verpflichtet werden, mit der IG Metall zu verhandeln, wenn die Gewerkschaft der Meinung ist, dass ein Unternehmen in der Zukunft Probleme bekommen könnte. Die IG Metall sieht dann zum Beispiel auch vor, mit den Unternehmen über künftige Personalplanung zu beraten.

Insgesamt fordern die IG Metall also mehr Lohn und auch mehr gewerkschaftliche Mitsprache mit Blick auf die Zukunft zum Schutz der Beschäftigten. Der Arbeitgeberverband, so die IG Metall, würde dagegen die Corona-Krise vorschieben, um Tarifstandards zu senken. Den Betrieben gehe es gar nicht mehr so schlecht, so die Botschaft der IG Metall Pforzheim am Montag. Sie hatte mehrere Betriebsratsvorsitzende von größeren Unternehmen der Region wie Witzenmann oder Mahle zugeschaltet, die eher wieder von einem Aufwind und zum Teil sogar von Mehrarbeit, also Samstags- und Sonntagsarbeit berichtet haben, weil die Aufträge wieder anziehen würden.

Südwestmetall: "rote Linie"

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall teilte mit, viele Betriebe kämpften um ihre Existenz. Die IG Metall streike daher an der Realität vorbei. Man habe auch angeboten, Löhne zu erhöhen, sobald die Metall- und Elektro-Industrie wieder Vorkrisen-Niveau erreicht habe. Kritisch sehen die Arbeitgeber die Forderung der IG Metall nach Zukunftstarifverträgen. Mitsprache bei unternehmsstrategischen Entscheidungen - die sei für Südwestmetall eine rote Linie.

Weitere Gespräche in der kommenden Woche

Die dritte Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft war in der vergangenen Woche gescheitert. Ob beide Seiten doch noch aufeinander zukommen, zeigt sich in der kommenden Woche. Am 9. März sind die nächsten Gespräche vereinbart - bis dahin stehen die Zeichen auch in der Region auf Warnstreiks.

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