Brennholz liegt gestapelt auf einem Haufen (Foto: IMAGO, H. Tschanz-Hofmann/imago)

Nachschub aus dem Ausland

Brennholz in der Energiekrise: In Karlsruhe wieder verfügbar, aber teuer

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Markus Volk

Die Angebotslage für Brennholz in Karlsruhe entspannt sich leicht. Die Preise sind allerdings zwei bis drei Mal so hoch wie im Vorjahr. Der Grund ist die Energiekrise.

Auch nach dem Sommer ist die Nachfrage nach Brennholz wegen der Energiekrise auf Höchstniveau. Ein Brennholzhändler aus Karlsbad spricht in diesem Jahr von einer etwa fünfmal so hohen Nachfrage. Das hat schon im Sommer zu Engpässen geführt, zusätzlich sind manchen Händlern auch noch Lieferanten abgesprungen.

Trockenholz doppelt so teuer wie im Vorjahr

Jetzt ist bei einigen Händlern wieder Trockenholz verfügbar, kostet aber rund zwei- bis dreihundert Euro pro Festmeter Holz. Das ist im Vergleich zu Preisen im Internet noch wenig, aber trotzdem mehr als das Doppelte des Durchschnittspreises im letzten Jahr.

Laut Einschätzung der Händler wird der Preis auf diesem hohen Niveau stagnieren. Das Holz kommt dabei zum Teil aus dem Ausland, unter anderem auch aus der Ukraine.

Trockenholz oder Frischholz für den Ofen?

Das Trockenholz kann sofort im heimischen Ofen verbrannt werden. Dadurch unterscheidet es sich vom Frischholz, das mindestens ein oder besser noch zwei bis drei Jahre, gelagert werden muss. Aus diesem Grund ist Frischholz derzeit auch noch recht gut verfügbar und deutlich weniger im Preis gestiegen.

Brennen würde zwar auch das Frischholz, die ausgestoßene Schadstoffemission sei aber ungleich höher, sagte der Leiter des Karlsruher Forstamts Martin Moosmayer. Er befürchte, dass Neukunden aus Unwissen darüber das günstigere Frischholz direkt verfeuern und der Schadstoffausstoß in diesem Winter stark ansteigen werde.

Karlsruhe: Selbst Holz hacken im Wald

Am günstigsten ist es, das Holz selbst im Wald zu schlagen. Bei der Stadt Karlsruhe war die Nachfrage dafür allerdings so hoch, dass das Tool zur Onlineanmeldung bereits offline genommen wurde. Dort werde auch kein weiteres Angebot mehr kommen, teilte der Leiter des städtischen Forstamts, Stefan Wilhelm, mit. Diese Entscheidung begründete er mit dem nachhaltigen Gedanken, dass nicht mehr gefällt werden soll, als nachwachsen kann.

Im Landkreis Karlsruhe hat die Vergabe dagegen erst in der vergangenen Woche begonnen. Moosmayer spricht von einer Preisempfehlung von etwa 80 Euro je Festmeter Holz. An diesen Preis müssen sich die Waldbesitzer allerdings nicht halten. Im Vergleich zu den 57 Euro im letzten Jahr ist das zwar immer noch mehr, trotzdem aber günstiger als das fertig gehackte Trockenholz.

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