Wegen Niedrigwasser ragen am Rhein bei Karlsruhe Maxau Buhnen aus dem Wasser (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)

Neue Wasserdaten für Juli

Grundwasser in Baden-Württemberg teilweise auf niedrigstem Stand seit 30 Jahren

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Cornelia Stenull

Immer deutlicher werden der Klimawandel und seine Folgen spürbar. Neue Daten der Landesanstalt für Umwelt, LUBW, in Karlsruhe zeigen, dass das Grundwasser in Teilen Baden-Württembergs viel zu niedrig ist.

Viel zu trocken war es in diesem Jahr - im Frühjahr und jetzt im Sommer sowieso. Im Winter gab es zwar ordentlich Regen, gereicht hat die Menge aber nicht, um die Grundwasserstände ansteigen zu lassen. Im Gegenteil.

Grundwasserstände im Juli an der Untergrenze des Normalbereichs

Die Analysen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe zeigen, dass die Grundwasserstände im Juli 2022 teilweise an der Untergrenze des Normalbereichs lagen - und sogar darunter. An vielen Orten wurden für den Juli demnach die niedrigsten Werte seit 30 Jahren erreicht, so die Experten der Umweltbehörde.

Auch Quellen, die kleinere Gemeinden wie im Schwarzwald mit Trinkwasser versorgen, schütten weniger Wasser aus als bisher. Die generelle Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sei aber nicht gefährdet, so Michael Wingering von der LUBW.

Trinkwasser aus dem Grundwasser und Quellen

Deutschland gilt als wasserreiches Land. Rund 70 Prozent der Trinkwasserversorgung erfolgt aus dem Grundwasser. Im Raum Karlsruhe ist der Anteil sogar noch höher - er liegt bei etwa 90 Prozent. In Baden-Württemberg sind zudem rund 10.700 Quellen erfasst, die Trinkwasser liefern.

Die Auffüllprozesse sind sehr langsam. Es dauert lange, bis Regenwasser ins Grundwasser gelangt - und wir letztendlich davon mit unserem Trinkwasser profitieren können.

Bodenfeuchte - Wälder und Flüsse leiden unter Trockenheit

Problematisch sei der niedrige Grundwasserstand für die Umwelt, warnt die LUBW. Die sogenannte Bodenfeuchte hat im Juli weiter abgenommen, die Böden sind weitgehend ausgetrocknet. Wegen der ausbleibenden Niederschläge sei eine Verbesserung der Situation nicht in Sicht.

Besonders die Waldbestände leiden demnach unter der Absenkung des Grundwassers, die Wurzeln könnten das Wasser irgendwann nicht mehr erreichen. Und auch kleinere Flüsse drohen mit der Zeit komplett auszutrocknen.

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