Morgendliche Gemüseanlieferung bei der Firma Koch auf dem Karlsruher Großmarkt (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliancedpa  Uwe Anspach)

Die Preise ziehen langsam an

Hitze und Trockenheit setzen Obst- und Gemüsehändlern auf dem Karlsruher Großmarkt zu

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Heiner Kunold

Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzt allmählich nicht nur den Erzeugern zu. Auch die Händler auf dem Großmarkt in Karlsruhe spüren die Auswirkungen immer deutlicher.

Pfirsiche mit braunen Hitze-Punkten, weiche Wassermelonen und vormals gelbe Zitronen, die mit einem zarten Schimmel-Grün überzogen sind - verderbliche Ware leidet besonders in der Hitze. Trotzdem winkt der Seniorchef der Firma Schenk Obst und Gemüse Karlsruhe, Santo di Gregorio aus Sizilien, lässig ab.

Das sei ganz normal, sagt di Gregorio. Bei den Mengen an Rücklauf, die seine Firma von Edeka oder Rewe ins Lager bekommt, ist er Kummer gewohnt. Allerdings sagt der Händler auch, bei Salat zum Beispiel haben die Preise ordentlich angezogen.

Obst und Gemüse wegen Trockenheit teurer

"Ich spreche mit den Erzeugern und die berichten mir, dass sie die ganze Nacht beregnen müssen. Morgens dann war der Boden schon wieder staubig."

Egal, ob Sizilien oder Südpfalz, die Probleme sind dieselben: Die Trockenheit macht Obst und Gemüse teuer. Pfirsiche aus der Po-Ebene in Italien sind zum Beispiel dieses Jahr doppelt so teuer wie vergangene Saison.

In Italien reifen die Früchte zu schnell in der Hitze

Di Gregorio berichtet von Plantagen, in denen Pfirsiche und Nektarinen in großen Mengen unter den Bäumen verfaulen, weil sie zu schnell reifen und nicht geerntet werden können. Damit stehe nicht genügend Menge zur Verfügung und die Preise steigen, berichtet der Händler.

Gerade in der Obst- und Gemüseregion Norditalien, in der Pianura Padana, hängt alles vom Po ab. Die Erzeuger leben von und mit dem Fluss und der ist inzwischen ausgetrocknet - mit allen Folgen für die Bauern in der berühmten Obst- und Gemüse-Region.

Noch keine Einschränkungen bei Menge und Qualität

Allerdings gebe es momentan noch keine Einschränkungen bei Mengen oder bei der Qualität, berichtet der Großmarkthändler. Seine Landsleute in Sizilien seien die Hitze gewohnt. Das bestätigt auch Michael Koch vom gleichnamigen Obstgroßhandel zwei Ecken weiter auf dem Karlsruher Großmarkt. Die Bauern in Italien, Spanien und Südfrankreich hätten sich auf die Trockenheit im Sommer eingestellt.

Die Apfelernte könnte schlechter ausfallen wegen der Trockenheit

Wenn es allerdings weiter heiß und trocken bleibt, dann könnte das deutlichere Einschränkungen zur Folge haben. Beispiel Äpfel: Die Saison beginnt gerade. Eigentlich steht den Erzeugern eine gute Ernte ins Haus. Aber es ist auch für die tiefer wurzelnden Bäume mittlerweile einfach zu trocken.

"Ich habe heute Morgen mit einem Erzeuger gesprochen. Der berichtet mir von den Äpfeln, die jetzt gerade reif werden. Man muss unheimlich viel Wasser zuführen , damit die nachreifen und Farbe bekommen und damit sie die richtige Größe bekommen. Das ist aktuell ein Problem."

Eine intensivere Bewässerung bedeutet für die Erzeuger mehr Arbeit und höhere Produktionskosten. Und die zahlt am Ende oft der Landwirt selber.

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