Haus des Jugendrechts in Karlsruhe eingeweiht (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa | Oliver Berg)

Hilfe für jugendliche Straftäter

Karlsruhe: Haus des Jugendrechts soll Perspektiven schaffen

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AUTOR/IN
Mathias Zurawski

In Karlsruhe ist das Haus des Jugendrechts eingeweiht worden. Seit April betreuen in der Einrichtung Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe gemeinsam jugendliche Straftäter.

Polizeipräsidium und Staatsanwaltschaft sowie die Jugendhilfe der Stadt Karlsruhe arbeiten hier in gemeinsamen Räumen eng zusammen. Alle drei Stellen sollen für einen reibungslosen und zügigen strafrechtlichen Ablauf sorgen. Sie sollen jugendliche Straftäter aber auch davon abhalten, erneut straffällig zu werden.

Prävention zusammen mit Schulen und Jugendhilfe

Das Haus des Jugendrechts im Karlsruher Westen ist schon seit Anfang April in Betrieb. Neben der Strafverfolgung stehen pädagogische Angebote und Prävention im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit. Um Straftaten rechtzeitig vorbeugen zu können, gibt es auch eine Kooperation mit Schulen und Jugendhilfe-Einrichtungen. Bisher gab es in Baden-Württemberg sechs dieser Häuser, und zwar in Stuttgart, Pforzheim, Mannheim, Heilbronn, Offenburg und Ulm. Das Haus des Jugendrechts in Karlsruhe ist der siebte Standort im Land, weitere sollen folgen.

"Wir sehen an den Standorten eine erhebliche Verfahrensverkürzung und wir verbinden Strafe und Hilfe mit dem Ziel, dass Jugendliche anschließend ein möglichst straffreies Leben führen können."

Zusätzliches Angebot für ein Leben ohne Kriminalität

Das Haus des Jugendrechts sei eine große Chance, straffällig gewordenen Jugendliche eine Perspektive zu geben, sagte Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) bei der Feierstunde am Donnerstag im Karlsruher Rathaus. Wichtig sei es, auf die jungen Menschen hier auch in Gesprächen eingehen zu können. Man habe mit dem Modell bereits in den anderen Städten sehr gute Erfahrungen gemacht, betonte Justizministerin Marion Gentges (CDU).

"Für den Jugendlichen zeigt sich die Gesellschaft an einem Ort als Partner, auch für die eigene Entwicklung. Das ist für die Jugendlichen eine Riesenchance!"

Darüber hinaus werden im Haus des Jugendrechts in Karlsruhe auch Delikte bearbeitet, die Heranwachsende zwischen 18 und 20 Jahren begangen haben und die als sogenannte Intensivtäter gelten. Das Haus ist außerdem Ansprechpartner bei der Suche nach vermissten Minderjährigen im Stadt- und südlichen Landkreis Karlsruhe.

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