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Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann hat die Bundesregierung bei einem Besuch am KIT scharf kritisiert. Beim Thema Künstliche Intelligenz dauere in Deutschland alles "viel zu lange".

Winfried Kretschmann (Grüne) zeigte sich am Freitag bei seinem Besuch am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ungehalten. Die schwarz-rote Bundesregierung agiere beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) zu langsam. "Das dauert alles viel zu lange. Wir müssen da Tempo vorlegen", sagte Kretschmann.

Auf Bundesmittel, um international konkurrenzfähig zu bleiben, warte das Land noch immer. "Das Tempo stimmt einfach nicht. Wir müssen da sehr viel schneller reagieren", so Kretschmann. Die KI-Strategie liege nun schon seit einem Jahr vor. Nun müsse Konkretes folgen, der Handlungsbedarf sei enorm.

Humanoide Roboter für die Industrie

Kretschmann besuchte am Freitag gemeinsam mit dem Bundesvorsitzenden der Grünen, Robert Habeck, das KIT. Beide wollten sich über den Stand der Roboter-Forschung informieren. Neben dem menschenähnlichen Roboter "Armar 6" präsentierte das KIT auch künstliche Außenskelette und intelligente Handprothesen. Kretschmann und Habeck zeigten sich beeindruckt vom Stand der Technik, auch wenn der Einsatz humanoider Roboter im Haushalt oder in der Pflege noch einige Jahre auf sich warten lassen dürfte.

Kretschmann und Harbeck beim Besuch im KIT  (Foto: SWR)
Kretschmann und Habeck mit dem KIT-Roboter "Armar 6"

Der KIT-Roboter "Armar 6" soll dagegen schon bald in Industriebetrieben den Menschen zur Hand gehen. Während in China oder den USA die Forscher nur von der Technik ausgehen, sei der Ansatz des KIT, das Thema Robotik von seinem Nutzen für die Menschen her zu betrachten. Das sei besonders wichtig, so Robert Habeck. Nur wenn man die lange deutsche Tradition im Ingenieurswesen mit Big Data verbinde, habe Deutschland international eine Chance.

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