Auch im Europabad in Karlsruhe reagiert man auf die steigenden Energiekosten. (Foto: SWR)

Bäder sollen geöffnet bleiben

Steigende Eintrittspreise? So reagieren Karlsruher Schwimmbäder auf Energiekrise

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Andreas Fauth

Kurz vor dem Start der Hallenbadsaison stellen sich die Karlsruher Bäder auf weiter steigende Energiepreise ein. Mit verschiedenen Maßnahmen sollen Kosten gespart werden.

Fast schon tropische 32 Grad - so warm ist das Wasser im Erlebnisbecken des Europabads in Karlsruhe. Das Hallenbad wird mit Fernwärme beheizt. Auch das wird immer teurer, klagt der Karlsruher Bäderchef Oliver Sternagel.

"Wir haben die Kilowattstunde Strom letztes Jahr für 4 Cent eingekauft. Momentan sind wir bei 18 Cent. Und für nächstes Jahr sind die Anzeichen auf 80 Cent."

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Reduzierte Öffnungszeiten für Saunen und Rutschen im Europabad

Die Leiter der zehn Karlsruher Bäder waren angehalten, Vorschläge zum Energiesparen zu machen. Im Europabad öffnen Saunen und Rutschen zum Teil später am Tag. Wärmebecken im Außenbereich werden nachts mit Planen abgedeckt. Die Beleuchtung wird weiter auf LED-Technik umgerüstet. In sehr warmen Becken könne man vielleicht die Temperatur ein wenig senken, so der Karlsruher Bäderchef. Aber für alle Becken sei das keine Lösung, weil sonst die Badegäste wegbleiben würden.

Auch im Europabad in Karlsruhe reagiert man auf die steigenden Energiekosten. (Foto: SWR)
Oliver Sternagel, der Karlsruher Bäderchef

"Die Gäste stimmen mit den Füßen ab. Wenn wir kalte Becken und keine Leistung hätten, wäre es besser, die Bäder ganz zu schließen."

Karlsruher Fächerbad schließt Außenbecken

Auch im erst vor wenigen Jahren modernisierten Fächerbad in Karlsruhe macht man sich Gedanken über das Energiesparen. Zwar sei man energetisch ganz gut aufgestellt, sagt Prokurist Jens Freiseisen. So seien beispielsweise die Pumpen, die das Wasser aus dem Becken durch die Filter im Keller und wieder zurück befördern, energieeffizient. Trotzdem werde man das kleine Außenbecken für die Wintersaison jetzt schließen, um Energie zu sparen.

Eintrittspreise in den Karlsruher Bädern sollen steigen

Auch im Europabad in Karlsruhe reagiert man auf die steigenden Energiekosten. (Foto: SWR)
Im Technikkeller wird Wasser gefiltert und erwärmt, Pumpen und Lüftungsschächte verbrauchen Energie.

Selbst wenn man Bäder zum Energiesparen vorübergehend schließen wollte, würden diese weiter Energiekosten verursachen, gibt Bäderchef Sternagel zu Bedenken. In den Lockdowns der Corona-Pandemie habe man die Erfahrung gemacht, dass heruntergefahrene Bäder immer noch etwa 50 Prozent der Energie bei Vollbetrieb verbrauchen. Schließlich könne man nicht einfach das Wasser ablassen und die Pumpen abstellen. Das würde die Bäder beschädigen und es umso teurer machen, sie wieder in Betrieb zu nehmen.

Eins zeichnet sich laut Oliver Sternagel jetzt schon ab: Wegen der steigenden Energiekosten werden wohl die Eintrittspreise erhöht. Details stehen noch nicht fest.

"Ich denke mir, wie in den meisten anderen Branchen auch kommen wir gar nicht daran vorbei, ein bisschen an der Preisschraube zu drehen."

Dafür soll - Stand jetzt - in diesem Winter kein Bad geschlossen werden.

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