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Forschern der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe ist es erstmals gelungen, ein Gewässer von Kalikokrebsen zu befreien. Die invasiven Krebse aus Nordamerika breiten sich aus und bedrohen einheimische Tierarten.

Am Kleingewässer "Dreizack" in Rheinstetten-Mörsch (Landkreis Karlsruhe) quaken die Laubfrösche wieder und auch die Königslibellen sind zurück. Biologen der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sowie der Stadt Rheinstetten ist es gelungen, ein Gewässer erstmals vollständig vom Kalikokrebs zu befreien und erfolgreich zu sanieren, wie die Pädagogische Hochschule Karlsruhe mitteilte.

Forschungsprojekt läuft seit drei Jahren

Seit Mitte 2017 läuft das Forschungsprojekt, das von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gefördert wird. Die Wissenschaftler haben Maßnahmen entwickelt, um den Krebs vom Gewässer fernzuhalten. Umgesetzt wurden sie von der Stadt Rheinstetten: Baumstamm-Barrieren um das Gewässer und Kies auf dem Boden verhindern, dass sich die hochinvasiven Krebse dort ansiedeln.

Maßnahmen verhindern Wiederansiedlung des Kalikokrebses

Die Baumstamm-Barrieren verhindern, dass die über Land wandernden Krebse zum Gewässer gelangen, und eine Kiesschicht an Ufer und Boden sorgt dafür, dass die Krebse keine Röhren bauen können. Das ist wichtig, weil die Krebse in diesen Röhren sogar das Austrocknen des Gewässers überleben.

Im Dreizack gebe es keine Kalikokrebse mehr, bilanziert Andreas Stephan, Doktorand am Institut für Biologie und Schulgartenentwicklung.

"Seit Monaten haben wir in den 25 Fangsteinen keine Kalikokrebse mehr gefangen."

Andreas Stephan, Doktorand

Seit vielen Jahren breitet sich der amerikanische Kalikokrebs am Oberrhein aus und bedroht einheimische Amphibien und Libellen. Kalikokrebse können in Kleingewässern hohe Dichten aufbauen. Mit bis zu 495 Eiern pro Weibchen (Durchschnitt: 150) haben Kalikokrebse eine hohe Fortpflanzungsrate und können Massenbestände mit 45 Krebsen pro Quadratmeter Wasserfläche entwickeln.

Kalikokrebse nicht in Gartenteiche setzen

Sie gehen über Land und besiedeln so auch isolierte Gewässer, Der Kalikokrebs überträgt, wie alle amerikanischen Flusskrebsarten, die Krebspest, ohne selbst ernsthaft zu erkranken. Darüber hinaus ist er gegenüber anderen bei uns vorkommenden Flusskrebs-Arten ziemlich aggressiv. Kalikokrebse dürfen auf keinen Fall in Gartenteiche eingesetzt werden, denn von dort können sie leicht entkommen.

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