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Der geplante Stellenabbau am Bosch-Doppelstandort Bühl/Bühlertal war Thema bei Betriebsversammlungen. Die Geschäftsleitung sprach von 700 Vollzeitstellen, Betriebsrat und IG Metall von deutlich mehr.

Auf drei Betriebsversammlungen wurden die Beschäftigten über den Verhandlungsstand zum geplanten Stellenabbau informiert, der bereits vor einem Jahr angekündigt worden war. Bosch wolle in Bühl und Bühlertal (beide Kreis Rastatt) 700 Vollzeitstellen bis 2025 abbauen, sagte Standortsprecherin Simone Pfauz dem SWR. Allerdings gebe es noch keine endgültige Entscheidung, da man noch mit dem Betriebsrat berate. Bis Ende des Jahres solle aber Klarheit herrschen über die genaue Zahl und wie die Stellen abgebaut werde sollen.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Betriebsbedingte Kündigungen soll es laut Pfauz nicht geben. Der 2019 beschlossene Standortentwicklungsplan schließe betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 aus. Daran werde man sich halten. Nötig sei der Stellenabbau im Werk und in der Entwicklung, um die Wettbewerbsfähigkeit in einem umkämpften Markt zu verbessern.

Bosch ist Automobilzulieferer und stellt im seinem Bühler Werk elektrische Antriebe für Fensterheber, Wischer oder Sitzverstellungen her. In Bühlertal ist der Hauptsitz von "Electrical Drives", von dort koordiniert Bosch seit über 50 Jahren das weltweite Geschäft mit elektrischen Antrieben. Hier befinden sich auch Entwicklung und Verwaltung.

IG Metall spricht von deutlich mehr Stellen

Die IG Metall Offenburg wirft der Arbeitgeberseite Unehrlichkeit vor, wenn sie von 700 Vollzeitstellen spricht. Es seien über 1.000 Mitarbeiter betroffen, da 250 junge Fachkräfte eingestellt würden und auch dafür Mitarbeiter gehen müssten. Hinzu käme, dass es viele Teilzeitkräfte gebe. Zudem seien bereits seit dem letzten Jahr mehrere hundert Stellen abgebaut worden, die Mitarbeiterzahl am Standort Bühl/Bühlertal sei von 4.100 auf rund 3.700 gesunken.

Gewerkschaft: "keine betriebsbedingten Kündigungen" sei Märchen

Auch das Märchen vom Vermeiden betriebsbedingter Kündigungen glaube er nicht, sagte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenburg, Ahmet Karademir, dem SWR. Erfahrungsgemäß sei es bei einem so großen Stellenabbau so, dass Mitarbeiter zwar Abfindungen bekämen, aber dennoch häufig nur unter Druck das Unternehmen verließen. Zumal 90 Prozent des Stellenabbaus in den kommenden zwei Jahren stattfinden solle, das schaffe man nicht über Fluktuation und Freiwilligkeit.

Bosch-Standortsprecherin Simone Pfauz betonte noch einmal, dass Bühl/Bühlertal auch künftig ein wichtiger Standort bleibe, als Hauptsitz des Geschäftsbereichs "Electrical Drives" und weltweites Kompetenz- und Ausbildungszentrum.

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