Grünkohl wird auf einem Feld geerntet (Luftaufnahme mit einer Drohne). (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sina Schuldt)

Viele Landwirte nutzen Vorernte-Monitoring

PFC-Untersuchung im Raum Rastatt: Wenige Gemüsesorten stark belastet

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Gemüsesorten aus Mittelbaden sind in diesem Jahr in wenigen Fällen mit zu viel schädlichem PFC belastet. Zu diesem Ergebnis kommt das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg.

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Durch einen der größten Umweltskandale der Region sind im Großraum Rastatt über 1.000 Hektar Ackerfläche mit PFC verunreinigt. Um zu verhindern, dass Pflanzen mit hoher PFC-Belastung in den Handel kommen, gibt es seit 2015 ein sogenanntes Vorernte-Monitoring.

Zwei von 60 Proben über dem Grenzwert

Dabei hat das Landwirtschaftliche Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg, ein Forschungsinstitut mit Sitz in Karlsruhe, in diesem Jahr bis Juni 60 Proben von Gemüsesorten aus Mittelbaden und dem Raum Mannheim genommen. Diese Proben wurden auf eine PFC-Belastung untersucht.

In zwei Fällen hätten Spargel und Feldsalat den Beurteilungswert für PFC überschritten, so ein Sprecher. Das betroffene Gemüse ist deswegen nicht in den Handel gekommen und musste komplett vernichtet werden. Laut LTZ hat die Anzahl stark belasteter Proben in den vergangenen Jahren abgenommen.

SWR-Reporterin Fabiola Germer berichtet über das Vorernte-Monitoring.

Landwirtschaft leidet unter den Folgen des PFC-Skandals

Seit im Sommer 2013 erhöhte PFC-Werte in einem Trinkwasserbrunnen im Landkreis Rastatt festgestellt wurden, leidet die Region und vor allem die Landwirtschaft um Rastatt und Baden-Baden unter den Folgen. Über 1.000 Hektar Ackerfläche sind verseucht. Ist das PFC in die Umwelt gelangt, wird es laut Umweltbundesamt nicht mehr abgebaut.

PFC wird unter anderem wegen seiner wasserabweisenden Eigenschaften zum Beispiel bei der Verpackung von Fertiggerichten eingesetzt. Die Chemikalie steht im Verdacht krebserregend zu sein, wenn sie in bestimmten Mengen in Trinkwasser und Lebensmitteln vorkommt.

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