Gasumlage und Beschaffungskosten führen zu drastischen Gas-Preis-Steigerungen ab Oktober (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Gasumlage und Beschaffungskosten

Drastische Preissteigerungen bei Gas und Strom in Karlsruhe oder Bruchsal

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AUTOR/IN
Heiner Kunold

Strom- und Gaskunden auch in Karlsruhe oder Bruchsal müssen mit drastischen Preissteigerungen zum 1. Oktober rechnen. Am Montag wurde die neue Gasumlage bekannt gegeben.

Das Gemeinschaftsunternehmen der Gas-Netzbetreiber hat die Höhe der sogenannten Gasumlage zur Unterstützung von gasimportierenden Firmen bekannt gegeben. Sie liegt bei 2,419 Cent je Kilowattstunde und soll vor allem jene Unternehmen schützen, die direkt aus Russland importieren.

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit Einfamilienhäuschen verbraucht geschätzte 20.000 Kilowattstunden Gas im Jahr. Daraus errechnet sich für die Gasumlage eine Kostensteigerung von 480 Euro pro Jahr, mit Mehrwertsteuer sogar 600 Euro. Unser Musterhaushalt, zum Beispiel in Karlsruhe, zahlte im Juni im Schnitt 2.700 Euro im Jahr für sein Gas. Im Vorjahresmonat waren es noch 1.290 Euro gewesen. Das wäre ein Plus von 113 Prozent.

Monatliche Mehrbelastung allein bei Gas von 160 Euro möglich

Die Stadtwerke Karlsruhe werden ihre Gaspreise zum 1. Oktober um 55 Prozent anheben. Familie Mustermann zahlt also allein für Gas pro Monat ab Oktober inklusive Gasumlage mindestens 160 Euro mehr, damit sie ihr Einfamilienhäuschen warm bekommt. In Bruchsal soll die Preissteigerung ähnlich ausfallen. Dort ist sie aber noch nicht abschließend ausgerechnet.

Strompreiserhöhungen fallen niedriger aus

Die Strompreiserhöhungen fallen nicht so hoch aus: In Bruchsal beispielsweise wird der Strom um 4,76 Cent je Kilowattstunde teurer. Das macht für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt jeden Monat ungefähr 16 Euro mehr aus. In Karlsruhe oder bei der EnBW ist das deutlich mehr: Dort liegen die Strompreiserhöhungen bei 35 und 31 Prozent, also bei rund einem Drittel mehr. Im Monat wären das vielleicht 30 Euro mehr.

Unterm Strich kommt der Beispielhaushalt in Karlsruhe auf eine monatliche Mehrbelastung von 190 Euro. Aber es soll auch Entlastungen geben, hat die Bundesregierung angekündigt. Wie die aussehen, ist noch nicht ganz klar.

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