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Die Bewegung "Fridays gegen Altersarmut" hat am Freitag auch in Karlsruhe demonstriert. Die Teilnehmerzahl blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Die Organisatoren hatten im Vorfeld wesentlich mehr als 60, nämlich 200 Teilnehmer, angemeldet. Die als Mahnwache bezeichnete Veranstaltung verlief friedlich. Zentrales Thema war die Bekämpfung von Altersarmut. Vorab hatte es Bedenken gegeben, rechte Gruppierungen könnten die Demonstration für sich vereinnahmen. In Karlsruhe war das nicht der Fall.

21 Mahnwachen in ganz Baden-Württemberg

Bei "Fridays gegen Altersarmut" handelt es sich um eine neue Bewegung aus den sozialen Netzwerken. Ausgelöst wurde die Aktion von einer Facebookgruppe, die seit Oktober besteht und rasch auf mehr als 300.000 Mitglieder gewachsen ist.

"Fridays gegen Altersarmut" in Karlsruhe (Foto: SWR)
"Fridays gegen Altersarmut" in Karlsruhe

Allein in 21 Städten Baden-Württembergs hatten lokale Ableger der Gruppe Mahnwachen angekündigt, bundesweit sollten es mehr als 200 werden. Auch in Bad Herrenalb, Bruchsal und Rastatt gab es Demonstrationen.

Karlsruhe und Heilbronn wehren sich gegen Rechte

Hinter einigen lokalen Ablegern stehen Personen mit rechtspopulistischen Einstellungen. AfD-Chef Jörg Meuthen versuchte bei Twitter und Facebook, die Protestbewegung für die AfD zu vereinnahmen. Nach SWR-Recherchen sehen sich viele lokale Aktivisten selbst nicht als rechts.

Dauer

In Karlsruhe und Heilbronn wehrten sich die Veranstalter gegen Vereinnahmungen von AfD-Politikern. Der Karlsruher Organisator Demirkiran Yalcin wurde zwar zeitweise von einem AfD-Funktionär unterstützt, er habe aber nichts von dessen Parteizugehörigkeit gewusst.

"Wenn ich die Informationen vorher gehabt hätte, dass er AfD-Mitglied ist, [...] hätte ich das natürlich selbst gemacht. [...] Ich bin eher links als rechts."

Demirkiran Yalcin, Organisator von "Fridays gegen Altersarmut" in Karlsruhe

Zentrale Forderung der Protestbewegung ist ein Ende der Rentenbesteuerung. Laut Paritätischem Wohlfahrtsverband liegt die Armutsquote bei Rentnern derzeit etwa gleich hoch wie in der Gesamtbevölkerung, die Tendenz ist jedoch stark steigend.

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