Eine Schwimmerin taucht in das Becken eines Freibads ein. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Zwischen Regen und Corona-Beschränkungen

Weniger Badegäste: Freibäder in Baden-Württemberg ziehen maue Bilanz

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Isabel Gotovac
Wolfgang Hörter

Die Freibad-Saison in Baden-Württemberg geht zu Ende - mit einem sehr verregneten Sommer und vielen Corona-Einschränkungen. Das ist auch in der Besucher-Bilanz zu spüren.

Die Bilanz der Freibäder in Baden-Württemberg fällt nach diesem Corona-Sommer schlecht aus - überwiegend verzeichnen sie starke Einbrüche. Damit ist die Bilanz ähnlich schlecht wie im vergangenen Jahr. Obwohl die Freibäder in dieser Saison länger geöffnet waren als in der zurückliegenden. Hauptgrund war vor allem das schlechte Wetter im Juli und August. Der viele Regen lud nicht zum Schwimmen im Freien ein.

Corona-Regeln lassen Badegäste zögern

Abgehalten haben zahlreiche Besucherinnen und Besucher zu Beginn der Saison vor allem auch die geltenden Corona-Beschränkungen. So durften Freibäder in Baden-Württemberg nur öffnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Stadt- oder Landkreis fünf Tage in Folge unter 100 lag. Dann war im Außenbereich von Schwimmbädern für je 20 Quadratmeter ein Gast zugelassen.

SWR Reporter Wolfgang Hörter berichtet über die Freibad-Bilanz:

Wer ins Freibad wollte, musste sich vorher anmelden. Eintrittskarten konnten in der Regel nur online oder telefonisch bestellt werden.

Karlsruhe: Mehr als die Hälfte weniger Badegäste

Die Freibäder rund um Karlsruhe zählten in diesem Jahr 250.000 Badegäste am Einlass. Das waren 50.000 weniger als im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: In normalen Zeiten vor der Pandemie bilanzierten die Karlsruher Bäder nach einer Freibad-Saison rund 500- bis 600.000 Besucherinnen und Besucher. Als Grund für die schlechten Zahlen in diesem Jahr nennen die Bäderbetriebe in Karlsruhe
ebenfalls das Wetter.

"Die Freibad-Saison war kurz und beschissen - das Wetter hat einfach nicht mitgespielt."

Oliver Sternagel über die Karlsruher-Freibad-Saison:

Wetter machte Saison zur Achterbahnfahrt

In der Landeshauptstadt Stuttgart schließen alle fünf städtischen Freibäder am 12. September. Die Saison sei mitunter eine Achterbahnfahrt gewesen, da sich warme und dann auch kühle, regnerische Tage abwechselten, so ein Sprecher der Stuttgarter Bäder.


"Unter Berücksichtigung der Umstände durch die Corona-Pandemie sind wir generell froh, dass es eine Freibadsaison gab."

Konstant gutes Wetter gab es selten, das äußerte sich in den Besucherzahlen. Bisher zählten die Stuttgarter Bäder in diesem wiederholten Corona-Sommer mehr als 340.000 Besucher. Im Normalbetrieb im Jahr 2019 waren es mit mehr als 760.000 Besucher deutlich mehr. Gegenüber dem Normalbetrieb waren die Besucherbegrenzungen sowie die 3G-Kontrolle für viele Badegäste eine zusätzliche Hürde.

Freiburg: Ein Drittel weniger Besucher als im Vorjahr

In den Freibädern in Freiburg waren es bis Ende August 146.000 Besucher. Das sind ein Drittel weniger als im Vorjahr. Die Bäder hatten in diesem Sommer etwas später geöffnet als üblich. Auch hier führten die Einlassbeschränkungen , vor allem aber das ausbleibende Sommerwetter zu weniger Gästen. Nach Auskunft der Stadt Freiburg schließen die Freibäder dort bereits am Wochenende, nur das Strandbad bleibt je nach Wetterlage noch etwas länger geöffnet.

Friedrichshafen: Geschlossene Bäder wegen des Regens

Das Strandbad in Friedrichshafen musste bis einschließlich 6. September insgesamt neun Mal wegen des schlechten Wetters geschlossen bleiben. Dennoch zählte das Bad mehr Besucherinnen und Besucher als im vergangenen Jahr, 115.233 kamen in dieser Saison zum Schwimmen. Zum Vergleich: im Vorjahr kamen nur 76.302 Badegäste.

Hoffnung auf einen Freibad-Besuch gibt es noch in der Bodensee-Region. So bleiben das Strandbad und das Wellenfreibad in Ailingen noch bis einschließlich 19. September geöffnet. Das Frei- und Seebad Fischbach kann sogar bis einschließlich 30. September zu den regulären Öffnungszeiten bei jedem Wetter besucht werden.

Donaubad Ulm: Weniger Gäste als üblich

In Ulm schließt das Donaubad zwar erst am 19. September, doch schon jetzt verzeichnet das Bad weniger Gäste als sonst. Bisher zählte das Bad in diesem Sommer rund 50.000 Schwimmerinnen und Schwimmer. Das entspricht etwa den Besucherzahlen des vergangenen Jahres. Vor der Corona-Pandemie waren es fast doppelt so viele Besucherinnen und Besucher.

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