Spaziergänger gehen in bunten Regenmänteln durch einen Wald (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt)

"Wir wünschen uns einen verregneten Sommer"

Nasser Mai: Für die Bäume immer noch zu wenig Regen

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Der nasse und kalte Frühling hat vielen aufs Gemüt geschlagen. Der Natur tat der viele Regen aber gut, zumindest den Wäldern. Aber reicht das auch? Und was ist mit der Landwirtschaft?

Landwirte und Forstvertreter aus dem Raum Baden-Baden haben angesichts des meteorologischen Sommeranfangs eine gemischte Bilanz des nassen und kalten Frühlings gezogen.

Große Schäden durch Trockenheit und Borkenkäfer

Die Wälder haben den Regen dringend benötigt. Die trockenen Sommer der letzten Jahre haben große Schäden angerichtet. Der Baden-Badener Forstamtsleiter Thomas Hauck und seine Kollegen kämpfen seit Jahren gegen die Folgen des Klimawandels.

Immer wieder müssen sie tote Bäume fällen, weil sie schlichtweg vertrocknet sind. Dazu kommt der Borkenkäfer, der die durch Trockenheit geschwächten Bäume befällt. Die kühlen Temperaturen hätten die Entwicklung des Borkenkäfers nun etwas begrenzt.

Auswirkungen der Trockenheit nach wie vor da

Der Regen tat dem Wald gut, löst aber das Problem nicht. Die Auswirkungen der letzten drei Dürrejahre seien aber nach wie vor zu spüren, sagt Thomas Hauck. Der Mai sei nicht außergewöhnlich nass gewesen und die tieferen Bodenschichten seien immer noch trocken. Der Wald braucht also noch mehr Regen.

"Einen überdurchschittlich verregneten Sommer, das wünschen wir uns."

Auch die Landwirte hatten mit den trockenen Sommern zu kämpfen. Dieses Jahr hängen viele allerdings mit der Aussaat und Ernte hinterher, weil sich durch das schlechte Wetter die Vegetation verzögert hat.

Wenn der Wasserhaushalt im Juni stimme, könnte es in diesem Jahr bei Getreide wie Gerste oder Raps aber eine gute Ernte geben, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Karlsruhe, Werner Kunz. Nur die Entwicklung des Mais hinke zwei bis drei Wochen hinterher.

Baden-Badener Landwirt musste sich anpassen

Auch der Landwirt Tom Seifert aus Baden-Baden kämpft. Der 63-jährige hat einen Großbetrieb mit 300 Hektar landwirtschaftlicher Fläche. Drei Dürrejahre haben ihm schwer zu schaffen gemacht, 2020 war sein wirtschaftlich schlechtestes Jahr. Der Grundwasserspiegel sei zwar immer noch zu niedrig, trotzdem hofft Seifert dieses Jahr auf Besserung.

Landwirt Tom Seifert aus Baden-Baden steht in einem Feld voller Wintergetreide (Foto: SWR)
Landwirt Tom Seifert aus Baden-Baden spürt die Auswirkungen des Klimawandels.

Damit das auch klappt, hat er auf Wintergetreide umgestellt - mit Erfolg. Die vielen Niederschläge haben dem Roggen gut getan. Jetzt brauche er noch einmal einen richtigen Regen, dann bekomme er dieses Jahr eine gute Ernte, sagt Seifert.

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