Das Floß der Schiltacher Flößer legt in Steinmauern am Rhein ab (Foto: SWR, Patrick Neumann)

Historisches Floßbauprojekt

Floßfahrt auf dem Rhein: Das Floß hat in Steinmauern bei Rastatt abgelegt

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Oliver Grimm

In Steinmauern (Landkreis Rastatt) hat eine historische Floßfahrt auf dem Rhein bis nach NRW begonnen. Die Schiltacher Flößer wollen damit eine Unesco-Bewerbung unterstützen.

Das Floß ist zu seiner ersten Etappe nach Leopoldshafen im Landkreis Karlsruhe gestartet. Mitglieder des Vereins der Schiltacher Flößer haben ihr Gefährt am Donnerstag aus 14 Baumstämmen an der Natorampe in Steinmauern selbst gebaut.

Zwischenstopp in Eggenstein-Leopoldshafen

Nach genau drei Stunden, um 13 Uhr, hat die Truppe um Flößermeister Thomas Kipp am Ufer von Leopoldshafen angelegt. Damit haben die sechs Mitfahrer die ersten 25 Kilometer geschafft. Das Floß hatte dabei offenbar gute Arbeit geleistet: Nass ist laut dem Flößermeister niemand geworden.

"Wir sind sehr zufrieden. Ab und zu kam eine Welle übers Floß, aber wir sind trockenen Fußes angekommen."

Das Anlegen sei zu Beginn noch etwas schwierig gewesen. Durch die Großschiffahrt auf dem Rhein schwanken die Wasserstände am Ufer und das führe dann zu kleinen Herausforderungen, so Kipp. In Leopoldshafen war dann genug Zeit für eine Mittagspause, bevor es gegen 14 Uhr wieder weiter in Richtung Altlußheim ging.

"Wir mussten beim Anlegen etwas gegen die Strömung arbeiten, aber wir sind sicher gelandet. Die erste Etappe hat gut geklappt."

Jahrhunderte alte Tradition

Der Verein der Schiltacher Flößer möchte mit dem Projekt an die große Bedeutung der Jahrhunderte alten Rheinflößerei erinnern. Schon um 1700 war der Rhein ein wichtiger Transportweg für Holz aus dem Schwarzwald. Über Jahrhunderte wurden große Mengen Rundholz aus dem Schwarzwald zur Versorgung der Städte und Sägewerke entlang des Rheins verflößt.

Unesco-Bewerbung als immaterielles Kulturerbe

Mit der 360 Kilometer langen Floßfahrt über den Rhein von Baden bis nach Leverkusen wollen die Flößer die Unesco-Nominierung der Flößerei als immaterielles Kulturerbe der Menschheit vorantreiben. Der zuständige Ausschuss der internationalen Organisation soll Ende des Jahres über den multinationalen Antrag entscheiden. Hauptanliegen der Aktion sei die Unesco-Bewerbung, sagte Floßmeister Thomas Kipp vom Verein Schiltacher Flößer.

"Das ist uns ganz wichtig"

Das Floß des Schiltacher Vereins transportiert sechs Personen und wird eine Woche später in Hitdorf bei Leverkusen erwartet. Für die Fahrt war eine Sondergenehmigung des Wasser- und Schifffahrtsamtes notwendig. Das Floß ist am Freitag um 10 Uhr an der Natorampe am Rhein in Steinmauern gestartet.

Insgesamt sieben Etappen

Die erste Etappe am Freitag führte mit Zwischenstopp in Leopoldshafen im Kreis Karlsruhe nach Altlußheim im Rhein-Neckar-Kreis. In Leopoldshafen haben die Flößer Mittagspause gemacht. Am Samstag geht es dann weiter nach Gernsheim. Am Nachmittag des 29. April wird das Floß nach sieben Etappen in Hitdorf erwartet.

Mitglieder des Schiltacher Flößervereins arbeiten in Steinmauern am Floß (Foto: SWR, Patrick Neumann)
Mitglieder des Schiltacher Flößervereins arbeiten in Steinmauern am Floß Patrick Neumann

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