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Den Wildschweinen geht es tierisch gut in diesen Zeiten: Im Landkreis Rastatt zum Beispiel, rechnen die Jäger bis nächstes Jahr mit einer Verdreifachung der Bestände.

Wildschweine sind definitiv die Gewinner des Klimawandels. Die Winter sind nicht mehr so hart wie früher und mehr Tiere überleben. Die Zahl der sogenannten Mastjahre im Wald hat auch deutlich zugenommen. Eichen und Buchen werfen mit schöner Regelmäßigkeit ihre Früchte ab und die Schweine stehen gut im Futter.  

Rekordzuwächse bei den Wildschweinbeständen erwartet (Foto: Imago, IMAGO / localpic)
Rekordzuwächse bei den Wildschweinbeständen erwartet Imago IMAGO / localpic

Schwarzkittel sind Coronagewinner

Von Corona bei den Menschen profitieren die Schwarzkittel jetzt auch noch. Im Landkreis Rastatt beispielsweise wurden Drückjagden abgesagt und mehr Menschen im Wald machen den Jägern das Jagen nicht leichter. Kreisjägermeister Frank Schröder schaut jetzt jedesmal lieber fünfmal genauer hin, bevor er abdrückt, um ja keinen Passanten im Wald zu verletzten.

Waldbesucher sind manchmal ein Problem

Die Leute haben einen Hunger nach draußen, bestätigt der Kreisjägermeister. Und sie halten sich nicht an die Wege, sondern spazieren quer durchs Unterholz. Das ist für die Jagd ein Problem und für das Wild auch. Mit Spaziergängern auf dem Waldweg hat ein Wildschwein kein Problem. Wenn der Besucher aber querfeldein geht, dann scheucht er das Wild auf. Das erschwert dem Jäger die Arbeit nochmal, weil das Wild scheuer geworden und schwerer zu finden ist.

Kirren funktioniert nicht mehr

Auch die klassische Jagdmethode, das Kirren, funktioniert nicht mehr. Früher konnte ein Jäger ein paar Maiskörner im Wald ausstreuen. Das hat als Lockmittel gereicht. Aber wenn der gesamte Wald voller Eicheln und Bucheckern liegt, dann kommen die Wildsauen nicht mehr zum Mais. Bis zu 25 Stunden im Schnitt braucht ein Jäger, um ein einziges Wildschwein zu erlegen.

Seuchengefahr durch konsequente Bejagung verringern

Sorgen bereitet den Jägern, nicht nur im Landkreis Rastatt, die drohende Afrikanische Schweinepest. Im Osten Deutschlands ist sie bereits angekommen. Auf der anderen Rheinseite auch. Es ist nur ein Frage der Zeit, bis sie auch bei uns auftritt, sagt Kreisjägermeister Frank Schröder. Er fordert seine Kollegen deshalb dringend auf, die Jagd konsequent fort zu setzen. Nur wenn die Bestände reduziert werden, lässt sich die Seuchengefahr bei den Schweinen eindämmen, so der Jägermeister.

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