Karlsruher Stadionneubau steht auf der Kippe (Foto: SWR)

Verhandlungen über Fertigstellung in heißer Phase

Neues Karlsruher Wildparkstadion: "Projekt steht auf der Kippe"

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Mathias Zurawski

Beim Neubau des Karlsruher Wildparkstadions drohen weitere Verzögerungen und Kosten. Das Projekt stehe auf der Kippe, heißt auf der Baustelle. Oberbürgermeister Mentrup ist dennoch zuversichtlich.

Der Rohbau des neuen Karlsruher Wildparkstadions steht zum größten Teil. Jetzt droht neuer Ärger um das Projekt. Die Stadt als Bauherrin und das beauftragte Bauunternehmen versuchen, einen Streit vor Gericht zu verhindern.

Fertigstellung eineinhalb Jahre später als geplant

Derzeit könne das beauftragte Bauunternehmen, die Zech Hochbau AG, nicht erklären, wie die noch ausstehenden Arbeiten termingerecht ausgeführt werden können, so der zuständige Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG), Frank Nenninger. Die KASIG steuert im Auftrag der Stadt das Projekt. Nach aktuellem Stand soll der Bau im Herbst 2023 vollständig abgeschlossen sein, eineinhalb Jahre später als geplant.

Totalunternehmer BAM wurde übernommen

Ursprünglich waren die Arbeiten an die deutsche Tochter des niederländischen Bauunternehmens BAM vergeben worden. Die Royal BAM Group hat bereits umfassende Erfahrungen im Stadionbau. Die deutsche BAM Sports GmbH wurde im vergangenen Herbst von der Zech Hochbau AG übernommen. Eigentlich ein reibungsloser Vorgang, heißt es bei den Projektverantwortlichen in Karlsruhe. Allerdings gebe es von Seiten des Baunternehmens derzeit zu viele offene Fragen im Bezug auf die ausstehenden Arbeiten im Wildparkstadion, so die KASIG.

"Was sind das für Fragen? Das müsste doch alles klar sein!"

Rund 40 Prozent der Arbeiten am neuen Wildpark stehen noch aus

Im Wildparkstadion ist der Bau von zwei Tribünen bereits abgeschlossen. Sorgen bereitet vor allem die neue Haupttribüne. Der Rohbau steht weitgehend.

Entscheidend, so die KASIG, sei jedoch der Innenausbau. In der neuen Haupttribüne sind unter anderem die sogenannten Business-Räume untergebracht, hier wird mit der Stadiontechnik auch ein Herzstück des Projekts eingebaut. 40 Prozent der Arbeiten am Stadionprojekt stehen noch aus, so Frank Nenninger.

"In Teilbereichen bin ich sehr genervt, weil mir einfach der nötige Druck fehlt, den die Baustelle braucht."

Verhandlungen laufen auf höchster Ebene

Derzeit laufen Verhandlungen zwischen dem Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) als Bauherr und dem Bauunternehmen über die Erfüllung des Bauvertrags. Bis Ende April sollen Ergebnisse vorliegen, er wolle den Plan für die Fertigstellung des Stadions dann im Gemeinderat vorstellen, so Mentrup gegenüber dem SWR. Er sei zuversichtlich, dass es eine Einigung geben kann. Die Zech Hochbau AG wollte sich zu den laufenden Verhandlungen nicht äußern.

"Wir befinden uns derzeit mit den entscheidenden Projektbeteiligten in zielführenden Gesprächen."

Es sei nicht ausgeschlossen, dass es im Rahmen der Verhandlungen zu zusätzlichen finanziellen Forderungen des Bauunternehmens kommt, heißt es beim Projektsteuerer in Karlsruhe. Bislang soll der vorgesehene Kostenrahmen von 143 Millionen Euro jedoch unbedingt eingehalten werden.

"Wir haben die Absicht, das Projekt mit dem Bauunternehmen zu Ende zu führen."

Karlsruhe

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