Zwei Hände halten mehrere Fünfhundert Euro Scheine (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Foto: Patrick Seeger)

Falscher Hauptkommissar am Telefon

Dreiste Trickbetrüger erbeuten 46.000 Euro in Karlsruhe

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Erneut haben Trickbetrüger in Karlsruhe zugeschlagen und am Mittwoch eine große Bargeldsumme erbeutet. Eine 81 Jahre alte Frau übergab einem Unbekannten 46.000 Euro.

Laut Polizei wurde die Seniorin von einem Mann angerufen, der sich als Hauptkommissar Reuter ausgab und behauptete, die Tochter der Frau hätte einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und säße nun in Untersuchungshaft. Der vermeintliche Hauptkommissar erklärte, durch die Zahlung von 37.000 Euro könne die weitere Untersuchungshaft der Tochter abgewendet werden.

Tickbetrug am Telefon (Foto: SWR)

Betrugsmasche kein Einzelfall

Letztlich entlockten die dreisten Betrüger durch geschickte Gesprächsführung der Frau sogar 46.000 Euro, die sie an einen unbekannten Geldabholer übergab. Vergangene Woche brachten Betrüger mit der gleichen Masche einen 59-Jährigen in Karlsruhe dazu, 20.000 Euro zu übergeben. Der Geschädigte hatte einen Anruf von seinem vermeintlichen Sohn erhalten, der behauptete, er habe einen tödlichen Unfall verursacht, es sei eine Kaution zu hinterlegen. Der 59-Jährige übergab an eine angebliche Frau Kowalski vom Amtsgericht Karlsruhe den Betrag von 20.000 Euro.

Betrüger "erfinden" immer wieder neue Betrugsvarianten

Anfang der Woche wurde in Ettlingen eine 47-jährige Frau bei der Arbeit angerufen. Am Telefon war angeblich kurz ihre Tochter zu hören, die um Hilfe bat, bevor eine angebliche Rechtsanwältin das Gespräch übernahm. Die 47-Jährige wurde so unter Druck gesetzt, das sie der Geschichte zunächst Glauben schenkte, auch weil sie ihre Tochter nicht erreichen konnte. Erst kurz vor der vereinbarten Geldübergabe von 15.000 Euro kamen der Mutter Zweifel, als sie Fragen stellte zum Sachverhalt und zum Geburtstag ihrer Tochter. Im letzten Moment meldete sich dann ihre Tochter per Telefon, so dass es keine Geldübergabe gab.

Opfer sind nicht nur Senioren

In diesem Zusammenhang weist die Polizei Karlsruhe daraufhin, dass inzwischen nicht nur Senioren, sondern vermehrt auch Personen unter 60 Jahren Opfer von Trickbetrügern werden. Die Polizei rät bei Anrufen mit solchen Inhalten zum eigenen Schutz das Gespräch sofort zu beenden und Ruhe zu bewahren. Im Anschluss kann über den Polizei-Notruf 110 oder durch Rücksprache mit Angehörigen meist schnell für Aufklärung gesorgt werden.

Broschüren mit Warnung vor Trickbetrügern am Telefon (Foto: SWR)

Niemals Geldforderungen, die abgeholt werden

Polizei und Staatsanwaltschaft weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Polizei, ein Gericht oder auch Mitarbeiter einer vermeintlichen Rechtsanwaltskanzlei niemals persönlich vorbeikommen würden, etwa um eine Kautionszahlung in Form von Bargeld oder anderen Wertsachen entgegenzunehmen. Auch bei tragischen Ereignissen, wie beispielsweise schweren Unfällen, würden ohnehin niemals schnelle Geldforderungen fällig.

Den Anschein wahren

In einer Mitteilung der Polizei und Staatsanwaltschaft Karlsruhe wird darauf hingewiesen, das bei den Betrugsversuchen in letzter Zeit als Übergabeort für das Geld häufig das Amtsgericht Karlsruhe genannt. Vermutlich, so die Polizei, um der vorgelogenen Geschichte einen erhöhten Wahrheitsgehalt zu verleihen.

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