Rinder auf einer Weide, Fachtagung der Rindfleischerzeuger (Foto: SWR)

Immer weniger Betriebe in BW

Rindfleischerzeuger kämpfen mit hohen Kosten und schwacher Nachfrage

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Bernhard Basler

Energiekrise und Inflation machen auch den Rindfleischerzeugern zu schaffen. Um die Zukunft der Branche ging es auf einer Fachtagung in Neubulach-Oberhaugstett im Kreis Calw.

Die Produktionskosten steigen und in den Metzgereien wird immer weniger gekauft. Das sorgt bei den Rindfleischerzeugern für finanzielle Schwierigkeiten. Bei einer Fachtagung des Regierungspräsidiums Karlsruhe in Neubulach wurden die Probleme thematisiert und nach Lösungen gesucht. Im Fokus stand vor allem, wie die Züchter ihre Produktionsabläufe effizienter gestalten und eine Direktvermarktung aufbauen können.

In Zeiten der Inflation wird gutes Fleisch nahezu zum Luxusgut. Seit Ende letzten Jahres sind allein die Rindfleischpreise um 13 Prozent gestiegen. Die daraus folgende Kaufzurückhaltung bekommen die Rindfleischerzeuger im Land zu spüren, von denen es über 13.000 gibt - Tendenz fallend.

Krise bei den Rindfleischerzeugern

Bauer Jochen Burkhardt aus Würzbach im Landkreis Calw züchtet schon seit 40 Jahren Rinder, hat schon viele Krisen erlebt. Aber so eine hohe Inflation und so einen enormen Kostendruck noch nie.

"Allein der Diesel macht auf unserem Betrieb 30.000 Euro mehr aus im Jahr. Das können wir gar nicht kompensieren durch die Einnahmen aus dem Schlachtvieh."

Burkhardt ist einer von noch 200 Rinderhaltern im Landkreis Calw. Zum Vergleich: Vor rund 40 Jahren waren es noch 1.200. Jochen Burkhardt hat wegen der gestiegen Kosten schon zweimal den Preis für sein Rindfleisch erhöht, fürchtet aber gleichzeitig, dass seine Kunden zum Discounter abwandern.

Appell: regional einkaufen stärkt Familienbetriebe

Metzger Wolfgang Seeger in Neubulach hat Fleisch von Bauer Burkhardt im Angebot. Er stellt fest, dass die Leute jetzt vor allem beim Rindfleisch sparen. Umso wichtiger der Schulterschluss der Rindfleischerzeuger bei der Tagung und der Appell an die Verbraucher, regional einzukaufen, auch wenn’s teurer ist.

"Wer regional einkauft, der kauft im Prinzip eine sehr hohe Qualität, die höchsten Umweltstandards entspricht. Wer regional einkauft unterstützt auch unsere bäuerlichen Familienbetriebe und kurze Transportwege."

Gut ein Viertel seines Rindfleischs vermarktet Jochen Burkhardt direkt. Wer bei ihm anruft, bekommt alles wunschgemäß verpackt und kann Fleisch und Wurst dann auf dem Hof abholen. Die Kunden aus der Direktvermarktung sind die treusten. Und so hofft Burkhardt, dass sein Hof mit seinen 250 Rindern auch diese Krise überstehen wird.

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