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Frostige Nächte machen den Winzern im Rebland und der Ortenau zu schaffen. Die Minustemperaturen haben in einigen Lagen einen Teil der Reben so geschädigt, dass sie große Verluste befürchten.

Ein malerischer Weinberg hinter Bühl in Altschweier im Landkreis Rastatt. Hier steht Winzer Axel Bauer zwischen einem Hektar voller Reben in Südlage, die in diesem Jahr keine Ernte bringen werden. Die Knospen an den Weinreben sind zum großen Teil erfroren.

Wo sonst die kalte Luft weiter ins Tal abwandern kann, ist hier die geographische Konstellation ungünstig. Die Minusgrade bleiben über längere Zeit konstant und lassen die Knospen erfrieren.

Frostschäden auch in anderen Regionen

So wie Axel Bauer geht es nun einigen Winzern. Laut dem Badischen Weinbauverband mit Sitz in Freiburg betrifft das sogenannte Frostereignis auch Weinberge im Markgräflerland und am Kaiserstuhl. Müller-Thurgau, Gutedel, aber auch Sorten wie der Lemberger im Zabergäu bei Heilbronn haben Schaden genommen und das auf bis zu 40 Prozent der Flächen, wie der Württembergische Weinbauverband in Weinsberg bestätigt.

Mit so einem Frostereignis habe man nach diesem Winter nicht mehr gerechnet. Axel Bauer hat eine andere Erklärung: der Winter war nicht kalt, sagt er, deshalb haben die Pflanzen früh Triebe entwickelt die nun erfroren sind. Für die meisten der früh austreibenden Sorten gibt es aber noch die Hoffnung, dass sie sich einigermaßen wieder erholen. Zum Glück hat Bauer noch andere Rebsorten, ihm wird der Wein laut eigener Aussage nicht ausgehen. Aber es ist ein Rückschlag für ihn und viele seiner Kollegen.

Kaum Schäden im Raum Karlsruhe

Die Obstblüte im Raum Karlsruhe ist beim Frost in den vergangenen Nächten dagegen mit einem blauen Auge davon gekommen. Nach Einschätzung von Experten des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums auf dem Augustenberg halten sich die Schäden noch in Grenzen. Ein spannendes Frühjahr, meint Obsthofleiter Herrmann Meschenmoser auf SWR Anfrage. Die Gefahr sei noch nicht gebannt. Denn zum Frost kommt Trockenheit und wenn es lange kalt ist, dann fliegen auch keine Insekten, um die aktuell blühenden Kirschen, Zwetschgen und Birnen zu befruchten.

Allerdings hat die Kälte auch die Blüte verzögert, weshalb viele Bäume noch gar nicht soweit sind. Hier kann der Frost auch nichts ausrichten. Die Folgen des kühlen Frühjahrs werden erst in einigen Wochen sichtbar werden. Allerdings reichen je nach Sorte zehn bis dreißig Prozent der befruchteten Blüten für einen Normalertrag aus.

Weinsberg

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