Eine DC3 fliegt (Foto: IMAGO, IMAGO / Hohlfeld)

Gedenkstein in Michelbach aufgestellt

Fast vergessen: Hobby-Historiker erinnern an Flugzeugabsturz einer DC3 in Gaggenau

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AUTOR/IN
Patrick Neumann

Am 01. November 1945 stürzte ein amerikanisches Militär-Transportflugzeug über einem Gaggenauer Waldgebiet ab. 27 Menschen starben. Zwei Männer haben sich nun für einen Gedenkstein eingesetzt.

Der Flugzeugabsturz der DC3 über dem Gaggenauer Ortsteil Michelbach (Kreis Rastatt) schien lange fast vergessen. Kaum jemand erinnerte sich daran, mit Ausnahme des Hobby-Historikers Peter Bittmann. Er beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte des abgestürzten Flugzeugs.

Flugzeug prallte im Nebel gegen den Bernstein

Das Flugzeug, ein amerikanischer Truppentransporter, der später als sogenannter Rosinenbomber berühmt wurde, war auf dem Weg von London nach München. Die Maschine geriet in Nebel und der 23-jährige Pilot verlor die Orientierung. Um sich wieder zurechtzufinden, flog der Pilot sehr niedrig, navigierte Richtung München, genau auf den Michelbacher Berg Bernstein zu. Dort schlug das Flugzeug ein. Drei Menschen überlebten das Unglück schwer verletzt, 27 starben.

Wenige Jahre nach dem Unglück war Peter Bittmann als Kind mit seinen Eltern dort oft spazieren und entwickelte eine Faszination für den Absturz und dessen Geschichte.

"Es gab nur Gerüchte und Geschichten."

In den 90er Jahren versuchte Bittmann in Archiven Informationen über den Flugzeugabsturz zu finden - vergeblich. Auch Zeitzeugen konnten ihm nicht weiterhelfen. Erst als Bittmann 2014 in Rente ging, griff er das Thema wieder auf. Den Anstoß gab sein Bruder, anlässlich des 70. Jahrestags des Absturzes 2015.

Nach 60 Jahren Flugzeugteile im Wald gefunden

Nach einem weiteren Zeitzeugenaufruf über die Gemeinde Gaggenau bekam Peter Bittmann schließlich die Kontaktdaten eines Heimatforschers, der sich mit den amerikanischen Flugzeugen beschäftigt hatte. So erfuhr er, was er heute über das Unglück weiß.

Außerdem ging Bittmann regelmäßig zur Unglücksstelle und fand schließlich, Jahrzehnte nach dem Absturz im Waldboden Fragmente des Flugzeugs, unter anderem eine Uhr aus dem Cockpit.

Um an das Unglück zu erinnern, steht seit wenigen Tagen an der Unglücksstelle am Bernstein ein Gedenkstein. Es ist ein Findling von der Absturzstelle. Peter Bittmanns Bruder Roland versah den Stein mit einem Bild des Flugzeugs. Viele Menschen aus dem Ort und nicht zuletzt das Forstamt unterstützten die Aktion. Der Gedenkstein soll nun dafür sorgen, dass dieses Gaggenauer Unglück nicht wieder in Vergessenheit gerät.

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Patrick Neumann