Schüler und Schülerinnen des Alfred-Delp-Schulzentrum Ubstadt-Weiher gedenken dem Namensgeber Alfred Delp. Dieses Jahr ist Bundespräsidenten a.D. Joachim Gauck zu Gast. (Foto: SWR, Mathias Zurawski)

Hoher Besuch

Freiheit und Demokratie: Schüler und Gauck erinnern in Ubstadt-Weiher an Alfred Delp

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Mathias Zurawski
Mathias Zurawski (Foto: SWR)

Für die Freiheit gekämpft, von den Nazis hingerichtet: Alfred Delp. Schüler am Alfred-Delp-Schulzentrum Ubstadt-Weiher erinnern an ihn - dieses Jahr gemeinsam mit Bundespräsident a.D. Joachim Gauck.

Joachim Gauck hat Spaß mit dem Publikum. Der 82-Jährige fasst sein politisches Leben und die Lehren daraus zusammen – so, dass jede und jeder etwas damit anfangen kann. Sein politischer Weg vom Pfarrer in Ostdeutschland über die Gauck-Behörde für die Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit bis zum Amt des Bundespräsdienten. Der Politiker beeindruckt mit seiner Haltung.

"Ich habe gefragt, ob er jemals daran gedacht hat, aufzugeben. Und er hat gesagt, er habe niemals daran gedacht. Das fand ich so toll von ihm, weil er damit zielstrebig war."

Gauck sieht Demokratie in Gefahr

In der Sporthalle der Alfred-Delp-Schule in Ubstadt-Weiher nennt Gauck konkrete Namen. Russland und Putin seien Feinde von Demokratie und Freiheit, auch die AfD sei eine Bedrohung. Um Freiheit müsse man kämpfen so wie er damals gegen das DDR-Regime gekämpft hat. Die junge Generation müsse sich heute gegen Bedrohungen wehren, indem sie streitet.

"Junge Leute müssen dafür sorgen, dass das Land hier keinen Trump zusammenwählt!"

Gauck: "Politisches Verständnis erfordert Übung"

Für viele der 14- bis 16-Jährigen im Saal war es eine Herausforderung, alles Gesagte nachzuvollziehen. Viele politische Geschichten, Personen, Ereignisse und eine Haltung, die, wie Gauck selbst sagte, heute nicht alltäglich ist. Man habe die Übung verloren, tolerant zu streiten, betonte der Ehrengast am Alfred-Delp-Tag. Man habe überhaupt verlernt, zu streiten und zu kämpfen für Freiheit und Demokratie. Aber es gebe eine neue Sensibilität, die sich bei Jugendlichen zum Beispiel beim Kampf gegen Umweltverschmutzung und für Klimaschutz zeige.

"Es könnte auch sein, dass dieses Wissen, dass es ist nicht selbstverständlich, was wir haben, so Wurzeln schlägt, dass sich die Jugendlichen verteidigen."

Sein Vortrag und seine Antworten kommen an, gezielt in verständlicher Sprache formuliert. "Für eine Lesung in der Universität treffen wir uns später", sagte er lachend. Heute gehe es um die einfachen Grundlagen. Joachim Gauck hat Spaß daran, Jugendlichen Politik von gestern und heute so zu erklären. Die zentrale Botschaft ist hängen geblieben.

"Wir müssen uns für Demokratie einsetzen, indem wir demonstrieren gehen gegen den Krieg oder indem man hilft und spendet für die Ukraine."

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