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Das Geothermieprojekt in Graben-Neudorf im nördlichen Landkreis Karlsruhe steht kurz vor der Genehmigung. Die Karlsruher Firma "Deutsche Erdwärme GmbH" erwartet in Kürze grünes Licht aus dem zuständigen Freiburger Bergamt.

Möglicherweise noch im März könnte nach Unternehmensangaben mit der Einrichtung des Bohrplatzes begonnen werden. Es gebe Signale aus Freiburg, dass bei der Genehmigung mit keinen größeren Problemen zu rechnen sei, erklärte ein Firmensprecher auf SWR-Anfrage. Die eigentliche Bohrung wäre dann für Herbst vorgesehen.

Eidechsen müssen noch umgesiedelt werden

Vor Beginn der Bohrungen müssen allerdings noch Eidechsen umgesiedelt werden, die auf dem Gelände leben. Außerdem kündigte die Firma an, vor Bohrbeginn Sicherheitssysteme für ein Grundwasser- und ein Seismik-Monitoring einrichten zu wollen.

Hier soll das neue Geothermiekraftwerk in Graben-Neudorf gebaut werden (Foto: Pressestelle, Wolfgang Schuster, Deutsche Erdwärme)
Hier soll das neue Geothermiekraftwerk in Graben-Neudorf gebaut werden Pressestelle Wolfgang Schuster, Deutsche Erdwärme

Bürgerinitative gegen das Projekt

Auf dem Firmengelände in Graben-Neudorf wurden bis Ende Februar zwei Hektar Wald für die anstehenden Bohrungen gerodet. Gegen das Erdwärmeprojekt wendet sich eine örtliche Bürgerinitiative. Sie befürchtet unter anderem künstlich erzeugte Erdbeben oder eine Verunreinigung des Trinkwassers.

Kraftwerk geht frühestens Ende 2023 in Betrieb

Zu dem Erdwärmeprojekt am Ortsrand unmittelbar neben dem Gelände der SEW Eurodrive hat es im vergangenen Jahr bereits eine Bürgerinformation gegeben. Die Deutsche Erdwärme hat weitere Veranstaltungen zur Information der Öffentlichkeit angekündigt. Das Kraftwerk selbst könnte frühestens Ende 2023 in Betrieb gehen.

Rheinebene mit guten Bedingungen für Erdwärmekraftwerke

Wie an drei weiteren Standorten rund um Karlsruhe plant die Deutsche Erdwärme in Graben-Neudorf ein Geothermiekraftwerk. Dabei soll heißes Thermalwassser in Wärme und Strom umgewandelt werden. Die Rheinebene bietet nach Firmenangaben besonders gute Voraussetzungen für Erdwärmekraftwerke. Dabei soll bis zu 200 Grad heißes Thermalwasser aus 3.000 bis 4.000 Metern Tiefe gefördert und wieder zurück transportiert werden. Deshalb sind auch jeweils zwei Bohrungen nötig.

Erdwärmebohrungen auch in Waghäusel, Dettenheim und Neureut

Das Erdwärmeprojekt in Graben-Neudorf ist das am weitesten fortgeschrittene Geothermievorhaben der Deutschen Erdwärme Gesellschaft. Drei weitere Bohrungen sind geplant in Karlsruhe-Neureut, Dettenheim und Waghäusel.

In Neureut gibt es noch keinen konkreten Termin. Die Firma plant eine weitere, dreidimensionale seismische Erkundung des Untergrundes. Die muss allerdings erst nach geplant und beantragt werden. Ein für Neureut anvisierter Zeitplan bis zur Fertigstellung der Anlage verzögert sich nach aktuellem Stand um mindestens eineinhalb Jahre. Vor 2024 sei im Karlsruher Norden nicht mit einer Anlage zu rechnen.

Die "Deutsche Erdwärme GmbH" in Karlsruhe wurde im Jahr 2014 gegründet. Bislang hat sie noch keine Referenzanlagen in Betrieb.

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