Unterwegs auf dem Enztalradweg zwischen Mühlacker und Vaihingen (Foto: SWR)

Ein ganz persönlicher Ausflugstipp

Unerwartet schön: Der Enztalradweg im Herbst

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Die Strecke Mühlacker-Vaihingen kennen vor allem Karlsruhe-Stuttgart-Pendler nur vom Zug oder Auto. SWR-Reporter Martin Besinger ist die Strecke mit dem Rad gefahren und war überrascht.

Die Fakten im Überblick:

  • Der Enztalradweg ist rund 100 Kilometer lang
  • Er verläuft von Enzklösterle (Kreis Calw) duch den Enzkreis bis Walheim (Kreis Ludwigsburg)
  • Man kann ihn etappenweise oder am Stück fahren
Unterwegs auf dem Enztalradweg zwischen Mühlacker und Vaihingen (Foto: SWR)
SWR-Reporter Martin Besinger ist die Strecke von Mühlacker nach Vaihingen Probe gefahren.

So war die Radtour aus Sicht des Reporters

Zugegeben, die Strecke Mühlacker-Vaihingen kenne ich bis jetzt nur vom Zug oder Auto aus. Und da hat mich die Landschaft nicht gerade umgehauen. Jetzt, mit dem Rad die Enz entlang ist das was völlig anderes. Die Sonne lugt gerade so über die Hügel des Kraichgau, bunte Blätter rascheln im Morgenwind, leise gurgelnd begleitet die Enz das Surren meines Rades. Sonst höre ich – nichts, als ich den Trubel der kleinen Stadt Mühlacker hinter mir lasse und den gelben Schildern des Enztalradwegs folge.

Der Weg ist meist asphaltiert, manchmal Schotter, aber immer ausgebaut. Kleine Abschnitte gehen bergauf, aber nennenswerte Steigungen gibt es nicht auf der 16 Kilometer langen Teil-Strecke. Die grünen Radwege-Schilder sind reichlich vorhanden und lassen sich gut lesen, verfahren ist kaum möglich. Ab und zu begegne ich einem Jogger oder Rentnern beim Spaziergang, die es an diesem schönen Oktobertag rauszieht. Alle haben ein Lächeln auf den Lippen, aber jeder ist für sich, genießt allein die Wärme der Sonne im Gesicht.

Ist das der schönste Teil des Enztalradweges?

Die Strecke folgt der Enz, die sich immer mehr in Schleifen legt und mal nah, mal etwas ferner die Strahlen der Herbstsonne reflektiert. Rote Äpfel hängen saftig an bunt-beblätterten Bäumen, verwitterte Bruchsteinmauern säumen den Weg. Weite Hügel wechseln sich ab mit steilen Hängen, die Landschaft verändert ständig ihr Gesicht. Bei Mühlhausen an der Enz ragen fast senkrecht Weinberge am Ufer hoch, der Fluss ist ganz nah, dazwischen nur der Weg. Idyllisch. Ein Radfahrer sagt mir, dies sei der schönste Teil des Enztalradweges von der Quelle bis zur Mündung in den Neckar. Und der ist immerhin fast 100 Kilometer lang.

Zum Bahnhof Vaihingen gehts bergauf

Fast vergesse ich die Zeit, als ich in Roßwag wieder auf richtige Straßen treffe und der Lärm der Autos das Murmeln der Enz übertönt. Auf dem letzten Stück meines Kurzurlaubs führt der Weg an der Straße entlang nach Vaihingen. Der Bahnhof liegt auf einer Anhöhe, das ist der anstrengendste Teil der ganzen Tour. Am Wochenende soll übrigens hier richtig viel los sein, habe ich mir sagen lassen, für mich war allerdings diese kurze Auszeit - fast alleine unterwegs - genau das Richtige.

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