STAND

Nach dem mutmaßlichen Angriff eines Wolfs in Bad Wildbad pochte der betroffene Schäfer auf Entschädigung durch das Land. Doch das lehnt diese Forderung ab.

In einer Mitteilung erklärte das baden-württembergische Umweltministerium am Dienstag, das Gelände des Schäfers sei unzureichend gesichert gewesen. Zu diesem Ergebnis seien die Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg nach der Untersuchung des Vorfalls gekommen. Sollte ein Wolf die am vergangenen Freitag gefundenen sieben Schafe gerissen haben, erhält der Nutztierhalter somit keine Entschädigung aus dem Ausgleichsfonds Wolf.

Nutztierhalter sind aufgefordert, in der so genannten "Förderkulisse Wolfsprävention" im Nordschwarzwald ihre Herden mit einem sachgemäß errichteten Elektrozaun zu schützen. Bad Wildbad liegt in genau diesem Bereich. In dieser Region bezuschusst das Land die Anschaffung von Materialien für Herdenschutzmaßnahmen derzeit mit 90 Prozent der anfallenden Nettokosten.

Toten Tiere außerhalb der Koppel gefunden

Der betroffene Schäfer ist anderer Meinung: Seine Herde sei vorschriftsgemäß mit einem Elektrozaun gesichert gewesen, erklärte der betroffene Hobbyschäfer aus dem Oberen Enztal in Bad Wildbad (Kreis Calw) am Montag dem SWR. Bei dem Angriff am Freitag hatte der 77-Jährige sieben seiner 26 Schafe verloren. Am Samstag hatte das Umweltministerium den Fall bekannt gemacht. Demnach wurden die toten Tiere außerhalb der Koppel gefunden.

Noch ist nicht bewiesen, dass ein Wolf die Tiere gerissen hat. Möglich sei nach wie vor auch, dass ein Hund für den Angriff verantwortlich war. Es werde wohl noch einige Tage dauern, bis die DNA-Analyse aus dem Senckenberg-Institut in Frankfurt vorliege, teilte das Umweltministerium mit. Fachleute von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg haben bereits DNA-Spuren gesichert.

Zweiter Fall im Enztal

Doch der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei dem Angreifer um jenen männlichen Wolf handelt, der im Nordschwarzwald schon mehrfach Nutztiere gerissen hat. Der spektakulärste Fall, bei dem 40 Schafe zu Tode kamen, spielte sich ebenfalls im Enztal ab - nur wenige Kilometer vom Ort des aktuellen Falls entfernt. Laut Ansicht des Umweltministeriums waren die Weidetiere in keinem der Fälle ausreichend nach den Kriterien der "Förderkulisse Wolfsprävention" gesichert gewesen.

STAND
AUTOR/IN