Außenaufnahme des Rheinhafen-Dampfkraftwerks. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)

Folgen des Ukraine-Kriegs

Versorger in BW reagieren auf Energiekrise: Mehr Kohle, Flüssiggas ab 2026

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Im Land antworten die Betreiber von Kraftwerken auf den Appell des Bundeswirtschaftsministers: Sie wollen mehr Kohle und weniger Gas für die Stromversorgung.

In Folge des Ukraine-Kriegs hat Russland seine Erdgaslieferungen nach Europa gedrosselt. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will deshalb vorübergehend bei der Stromerzeugung mehr Kohle nutzen, um Gas zu sparen. Auch die Kraftwerke in Baden-Württemberg reagieren auf die Situation. Der Karlsruher Energieversorger EnBW leitet nun wichtige Schritte ein.

EnBW kauft Flüssiggas aus den USA ab 2026

In Zukunft will die EnBW Flüssiggas aus den USA beziehen. Ab 2026 sollen jährlich 1,5 Millionen Tonnen eingekauft werden. Der Vertrag zwischen der EnBW und dem amerikanischen Unternehmen Venture Global LNG soll über 20 Jahre laufen.

Der Karlsruher Energieversorger ist damit das erste deutsche Unternehmen, das einen langfristigen und verbindlichen Vertrag mit einem Lieferanten von Flüssigerdgas aus den USA abgeschlossen hat. Laut EnBW-Vorstand Georg Stamatelopoulos spielt Flüssiggas eine zentrale Rolle dabei, das Brennstoffangebot für die Strom- und Wasserversorgung breiter aufzustellen. Nur so könne die deutsche Gasversorgung in der Übergangszeit der Energiewende gesichert werden.

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Kohlekraftwerk soll ab 2026 trotzdem auf Gas umsteigen

Im Heilbronner Kohlekraftwerk will das Unternehmen mit dem Flüssiggas aus den USA sein Ziel verfolgen, 2026 komplett auf Gas umzustellen. Die Pläne dafür seien fertig, die Aufträge für die Umstellung vergeben, sagte die EnBW am Dienstag dem SWR. Langfristiges Ziel sei allerdings, das Heilbronner Kraftwerk mit grünem Wasserstoff - also klimaneutral - zu betreiben, so die EnBW.

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Kraftwerke setzen vorerst weiterhin auf Kohle

Vorerst aber hat sich die EnBW dazu entschieden, weiterhin auf Kohle zu setzen - obwohl das noch vor dem Krieg nicht so geplant war. Das Unternehmen müsse jetzt genau das Gegenteil von dem machen, was es sich als mittelfristigen Plan zurechtgelegt habe, sagte ein Sprecher des Unternehmens dem SWR.

So werde beispielsweise der Block 7 des Kraftwerks in Karlsruhe anders als geplant nicht auf Reserve gefahren, sondern weiterbetrieben. Noch vor dem Krieg hatte das Unternehmen angekündigt, den Block 7 bis Mitte 2022 stillzulegen. Der Kohleblock werde bis mindestens Ende 2023 im Markt betrieben. Danach werde jährlich geprüft, ob sich der Betrieb noch lohne.

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Umplanung hat auch Konsequenzen für Mitarbeitende

Das habe auch Konsequenzen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der eine oder andere Vorruhestand würde nochmal überdacht werden. Auch Standortwechsel seien eine Option, um den gesteigerten Personalbedarf bei der Kohleverstromung zu sichern. Kurzfristig wieder mehr Kohle zu nutzen ändere aber nichts an den langfristigen Plänen der EnBW, so der Sprecher.

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