Der Angeklagte steht neben seinem Anwalt im Gerichtssaal des Landgerichts Baden-Baden, wo am Dienstag ein großer Drogenprozess begonnen hat. (Foto: SWR)

Ermittler werteten Chatnachrichten aus

Baden-Baden: Prozess um Handel mit Hunderten Kilo Drogen - Angeklagter schweigt

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Im Prozess in Baden-Baden um Drogenhandel im großen Stil hat der Angeklagte zum Auftakt zu den Vorwürfen geschwiegen. Der 33-jährige Mann aus Kehl soll Drogen im Wert von 1,2 Millionen Euro verkauft haben.

Der Angeklagte betreibt ein Café. Er soll in Kehl, Offenburg und Baden-Baden mehr als 240 Kilogramm Marihuana, 45 Kilo Haschisch, fünf Kilo Amphetamine und 3,5 Kilo Kokain verkauft haben. Seine Geschäfte soll er zwischen März 2020 und Mai 2021 gemacht haben. Er verfügte über ein Netzwerk von Lieferanten und Abnehmern, die zum Teil auch als Kuriere fungiert haben sollen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Ermittler entschlüsselten Chatnachrichten des mutmaßlichen Dealers

Auf die Spur des Mannes kamen die Ermittlungsbehörden durch Erkenntnisse französischer und amerikanischer Strafverfolger. Sie hatten Chatnachrichten entschlüsselt, die über Messengerdienste abgewickelt worden waren.

Der 33-Jährige befindet sich seit einer von Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) und Staatsanwaltschaft Baden-Baden koordinierten Durchsuchungsaktion Ende Mai 2021 in Untersuchungshaft. Der Mann hat bereits mehrere Vorstrafen.

Richter lehnt Antrag auf Aussetzung des Verfahrens ab

Der Angeklagte machte zum Prozessauftakt am Dienstag keine Angaben. Stattdessen eröffnete sein Verteidiger den Prozess mit einem Antrag. Er forderte das Gericht auf, das Verfahren auszusetzen. Der Grund: Die internationale Auswertung von Gesprächen des Angeklagten über verschlüsselte, sogenannte Krypto-Mobiltelefone, sei verfassungswidrig und dürfe nicht zu einer Verurteilung führen.

Die Staatsanwaltschaft und auch der Vorsitzende Richter lehnten den Antrag der Verteidigung ab. Der Prozess ist auf vier Tage angesetzt. Das Urteil wird Ende Februar erwartet.

Weiterer Prozess gegen mutmaßliche Komplizen in Baden-Baden

Am kommenden Freitag beginnt in Baden-Baden außerdem ein Prozess gegen drei weitere Männer, von denen vor allem einer mit dem Angeklagten per Chat die Rauschgiftgeschäfte abgewickelt haben soll. Die beiden anderen Angeklagten dieses Strafverfahrens sollen im wesentlichen als Kuriere für den Hauptangeklagten gearbeitet haben.

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