Kunsthalle Karlsruhe vor der Schließung (Foto: Pressestelle, Kunsthalle Karlsruhe/Staab)

Letzte Blicke auf die Sammlung

Karlsruher Kunsthalle mindestens sechs Jahre geschlossen

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AUTOR/IN
Marie-Dominique Wetzel
Mathias Zurawski

Die Staatliche Kunsthalle in Karlsruhe ist wegen Sanierungsarbeiten sechs Jahre lang geschlossen. Ein Teil der Ausstellung wird dennoch schon früher wieder zu sehen sein.

In einer Abschiedswoche mit Führungen, Vorträgen und Gesprächen hat das Karlsruher Museum seinem Publikum Adieu gesagt. Die marode Bausubstanz des 175 Jahre alten Gebäudes wird in den nächsten Jahren grundlegend saniert.

Teile der Sammlung werden im ZKM ausgestellt

Die Wiedereröffnung der Staatlichen Kunsthalle ist für 2027 geplant. Die Sammlung wird so lange ausgelagert. Teile davon sollen ab Oktober 2022 im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM), der Orangerie und der Jungen Kunsthalle zu sehen sein. Geplant ist auch ein Erweiterungsbau auf dem Gelände des gegenüberliegenden Amtsgerichts. Über die Pläne ist allerdings noch nicht entschieden.

"Wir erleben hier natürlich auch, wie notwendig die Renovierungsarbeiten sind, weil gerade jetzt, bei dem großen Andrang, alle diese Schwächen, technische, bauliche, ganz besonders auffallen."

Umzug als große Herausforderung

Die Direktorin der Kunsthalle, Pia Müller-Tamm, sieht in der langen Schließung von sechs Jahren einen schmerzhafter Schritt. Dennoch ist sie froh, dass nicht versucht wurde, den Umbau im laufenden Betrieb zu realisieren.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kunsthalle werden für den anstehenden Umzug in ein Interimsgebäude dringend gebraucht. Schließlich müssen alle Kunstwerke, die Werkstätten, die Bibliothek und die Büros leergeräumt und umgezogen werden. Die Arbeit des wissenschaftlichen Personals geht weiter.

"Die Kunsthalle bleibt erhalten im digitalen Raum, aber es ist klar: Es ist Museumsarbeit unter ganz anderen Vorzeichen!"

Erweiterungsbau nach wie vor ungewiss

Die Wiedereröffnung des Altbaus der Kunsthalle im Jahr 2027 ist nur ein Abschnitt der Baumaßnahme. Denn einer der wichtigsten Gründe, warum die Kunsthalle Karlsruhe neu geplant wird, ist der Platzmangel. Der lässt sich nur beheben, wenn der geplante Erweiterungsbau auf einem benachbarten Grundstück realisiert wird.

Noch steht dort das Amtsgericht und bis jetzt gibt es keinen neuen Standort für das Gericht, räumt Kunststaatssekretärin Petra Olschowski (Grüne) ein. Dafür müssten jetzt nochmals Pläne geprüft werden vor allem hinsichtlich des Platzbedarfs. Es gebe noch offene Fragen, so Olschowski.

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Marie-Dominique Wetzel
Mathias Zurawski