Die großen Wahlverlierer in Karlsruhe (Foto: imago images, picture-alliance / Reportdienste, IMAGO / Sportfoto Rudel; IMAGO / Richard Wareham)

Abschied aus dem Bundestag

Karlsruhe: Der große Frust der Wahlverlierer

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Zwei Abgeordnete aus Karlsruhe verabschieden sich aus dem Bundestag in Berlin: Michel Brandt (Die Linke) und Ingo Wellenreuther (CDU) wurden abgewählt.

Ingo Wellenreuther hat 19 Jahre für die CDU im Bundestag gesessen und hat dort seine Heimatstadt vertreten. Zwei Tage nach der Wahl heißt es immer noch Wunden lecken. Richtig verarbeitet hat der 61-Jährige das Ende seiner Bundestagskarriere noch nicht.

Gescheiterter CDU-Kandidat kritisiert Fehler der Partei

Am Dienstag war er bei einer abschließenden Fraktionssitzung in Berlin. Danach werde er ein paar Tage Pause machen, die vergangenen Jahre in Berlin waren anstrengend, betont Wellenreuther. Für ihn war es nicht die erste Niederlage seiner Laufbahn. Der CDU-Mann scheiterte als Oberbürgermeisterkandidat in Mannheim und in Karlsruhe. Doch die Pleite bei der Bundestagswahl 2021 war hausgemacht, sagt der frühere Richter und KSC-Präsident. Zu viele Fehler habe seine Partei gemacht. Dafür hat der 61-Jährige jetzt mehr Zeit für seine Familie.

"Es ist natürlich ein Schnitt im Leben und ich werde schauen, wie es weitergeht."

Michel Brandt verpasst Wiedereinzug um Haaresbreite

Michel Brandt ist mit 31 Jahren fast halb so alt wie Wellenreuther. Der frühere Schauspieler am Badischen Staatstheater saß eine Wahlperiode lang für Die Linke im Bundestag. Jetzt kam der Schock. Nicht einmal der vierte Platz auf der Landesliste reichte ihm, um wieder den Sprung in den Bundestag zu schaffen. Er sei sehr enttäuscht über das Ergebnis und darüber, dass er es ganz knapp nicht geschafft hat, so Brandt.

"Zwei Tage danach geht es in die Aufarbeitung, aber natürlich auch in die Abwicklung des Mandats."

Michel Brandt (Die Linke) am Wahlabend in Karlsruhe (Foto: SWR, SWR)
Michel Brandt (Die Linke) am Wahlabend in Karlsruhe SWR

Während sich Ingo Wellenreuther langsam dem Rentenalter nähert, muss Michel Brandt noch ein paar Jahrzehnte Geld für seinen Lebensunterhalt verdienen. Umso bitterer ist für ihn das vorläufige Ende im Bundestag. Wie es beruflich weiter gehen soll, das kann der Ex- Bundestagsabgeordnete noch nicht sagen. Klar ist für ihn aber, dass er weiter politisch engagiert sein wird.

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