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Seit Jahren ein Stein des Anstoßes: auf einem Privatgrundstück mitten in Pfinztal-Wöschbach (Landkreis Karlsruhe) türmen sich alte Fahrräder, Reifen, Rasenmäher und anderer Schrott. Die Anwohner klagen und die Behörden sind machtlos. 

Das Haus an sich ist völlig unscheinbar: Hochparterre, eingeschossig, gutbürgerlich wie die Nachbarschaft und mitten im Ort gelegen. Nur das Drumherum ist ziemlich auffällig. Alte Reifen türmen sich da an der Hauswand, ein Hochregal verschwindet unter Planen und anderem Gerümpel. Man kann noch die stattliche Sammlung alter Rasenmäher erkennen, die sich ebenfalls übereinander türmen. Dazwischen stehen Kisten und Kästen mit Spielzeug oder Weihnachtsdeko - das Anwesen erinnert mehr an einen Schrottplatz als an einen Garten.

Nachbarn gucken seit Jahren zu 

Die Nachbarn schauen sich die Müllberge seit Jahren an. Mit wachsender Verzweiflung und peinlich berührt, berichten einige. Ja, es hat Gesprächsversuche gegeben, berichtet eine ältere Dame. Aber der Mann ließe nicht mit sich reden, werde ausfällig und böse. Und was er mit dem ganzen Gerümpel anfangen will, das wisse er offenbar selbst nicht recht, meint sie noch.

Der Sachensammler von Wöschbach  (Foto: SWR)
Der Sachensammler von Wöschbach

Es wird immer mehr, nicht weniger

Andere beschwichtigen: es sei doch für einen guten Zweck. Da würden alte Fahrräder hergerichtet, für Bedürftige angeblich. Aber viele hat der Messi von Wöschbach offenbar noch nicht verschenkt. Denn es werden immer mehr, nicht weniger, die sich da rund um sein Haus türmen.

Gemeinde ist machtlos

Die Gemeinde ist machtlos. Einfach räumen darf man nicht, sagt Bürgermeisterin Nicola Bodner (parteilos). Man müsse die Persönlichkeitsrechte des Sachensammlers berücksichtigen. Und einfach mal aufräumen wäre aus behördlicher Sicht zumindest Willkür. Geht also nicht, auch, wenn die Bürgermeisterin - ganz privat gesprochen - durchaus Verständnis für die Nöte der Wöschbacher hat.

Der Sachensammler von Wöschbach  (Foto: SWR)
Der Sachensammler von Wöschbach

Auch das Landratsamt kann wenig ausrichten

Für Abfallfragen ist ohnehin das Landratsamt zuständig. Und auch dort ist der Messi von Wöschbach schon länger ein Begriff. Ordnungsgelder habe man angedroht, berichtet Umweltdezernent Jörg Menzel. Das Grundstück sei begutachtet worden. Es habe Auflagen zur Entsorgung des Mülls gegeben. Nur, passiert ist seit Jahren nichts. Der Sammler hat stattdessen Einspruch eingelegt. Jetzt liegt sein Fall noch eine Etage höher, beim Regierungspräsidium Karlsruhe. 

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