Drohung in einer Internet-Nachricht (Foto: imago images, IMAGO / photothek)

Mobbing im Netz nimmt zu

Karlsruher Studie: Was Cybermobbing mit den Betroffenen macht

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Hassnachrichten und Anfeindungen - Frauen und junge Menschen sind besonders von Mobbing im Internet betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt das Bündnis gegen Cybermobbing aus Karlsruhe in einer neuen Studie.

Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland sind schon einmal Opfer von Cybermobbing geworden. Das geht aus einer aktuellen Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing in Karlsruhe hervor. Für die neue Studie wurden 4.000 Erwachsene befragt - auch in Österreich und der Schweiz.

"Generation Smartphone" besonders betroffen

Es handelt sich bereits um die dritte Studie des Karlsruher Bündnisses zum Thema Cybermobbing. Demnach sind aktuell 25 Prozent mehr Erwachsene in Deutschland von Mobbing im Internet betroffen als noch bei der vergangenen Studie aus dem Jahr 2018. Besonders alarmierend sind die Zahlen laut Studie bei jüngeren Menschen bis 24 Jahre, der "Generation Smartphone", die im Arbeitsleben angekommen ist.

Nach Ergebnissen der Studie aus Karlsruhe sind Frauen besonders häufig von Mobbing betroffen. Demnach besteht bei ihnen ein 1,4-mal höheres Mobbingrisiko als bei Männern.

Beispiel Mobbing über soziale Medien Chat mit Gewaltandrohung, Cybermobbing (Foto: SWR)

"Unter Mobbing verstehen wir, wenn eine Person gezielten und systematischen Angriffen wie Anfeindungen, Schikanierungen oder Diskriminierungen ausgesetzt ist, die wiederholt auftreten und sich über einen längeren Zeitraum erstrecken."

Folge sind Depressionen und Suizidgedanken

Cybermobbing und Mobbing führten häufig zu Persönlichkeitsveränderungen, Depressionen und im schlimmsten Falle zu Suizidgedanken. Zudem seien die Betroffenen häufiger krank und verursachten dadurch in Unternehmen Milliardenschäden.

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Wirtschaftlicher Schaden für Unternehmen

Betroffene weisen nach Angaben der Studie jährlich fünf Krankheitstage mehr auf als nicht betroffene Beschäftigte. Demnach belaufen sich die Krankheitsfolgekosten für deutsche Unternehmen nach Angaben der Studie auf rund acht Milliarden Euro im Jahr. Betroffene von Mobbing strebten auch doppelt so oft einen Wechsel des aktuellen Arbeitgebers an wie Nichtopfer.

Mobbinggesetz zum Schutz gefordert

Das Karlsruher Bündnis gegen Cybermobbing empfiehlt mehr Aufklärung und Schulungen. Auch die Politik müsse handeln, so Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses. Seit Jahren fordert das Bündnis gegen Cybermobbing zum Schutz der Opfer ein Mobbinggesetz. In Österreich gibt es das bereits seit 2016.

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