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Viele Herbergsbetriebe verstehen die Welt nicht mehr. Die Flieger nach Mallorca sind voll und im Nordschwarzwald müssen Ferienwohnungen geschlossen bleiben. So auch in Forbach im Murgtal.

Im Murgtal in Forbach sind es vor allem Privatleute, die unter den Corona-Beschränkungen leiden. Einer von ihnen ist Frank Feustle. Er hat im vergangenen Jahr die ehemalige Jugendherberge im Wald zwischen Forbach und Bermersbach zur "Black Forest Safari Lodge" umgebaut. Das Haus hat 46 Betten, eine hochwertige Ferienwohnung, das Ganze mit toller Terrasse, Sauna und Whirlpool. Inzwischen hat er nach eigenen Angaben mehr als 60.000 Euro Einnahmeausfälle. Lange kann er das nicht mehr finanzieren, sagt Feustle.

Für Feustle ist es eine Unverschämtheit, dass die Leute nach Mallorca fliegen können, während seine Ferienwohnung zu bleiben muss. Dabei sei an seinen Hygiene-Standards nicht auszusetzen.

Keine November- und Dezember-Hilfen vom Staat

Feustle hat viel Geld in den Umbau der alten Jugendherberge investiert und er hat sie kurz vor der zweiten Welle erst eröffnet. Viel Geld war seither nicht zu verdienen. Die ersten und letzten Gäste kamen im vergangenen Oktober. Deshalb gab es auch keine November- oder Dezember-Hilfen vom Staat, berichtet der Hotelier aus Forbach.

Unternehmer wünschen sich Perspektiven

Was Frank Feustle und anderen Unternehmen der Branche zu schaffen macht, sind fehlende Perspektiven. Die wieder steigenden Infektionszahlen lassen für das erste Halbjahr 2021 nichts Gutes erahnen, meint der Unternehmer. Er wünscht sich einen Fahrplan von der Politik, damit er zum Beispiel Mitarbeiter einstellen kann. Von heute auf Morgen sei so ein Haus mit 46 Betten nicht einfach zu öffnen. Ohne Perspektiven von der Politik sieht Frank Feustle auch für sich selbst keine.

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