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Nach dem Corona-Ausbruch im Karlsruher Nachtclub "Topsy Turvy" wehrt sich der Betreiber gegen Vorwürfe, nachlässig mit den Kontaktdaten von Gästen umgegangen zu sein. 34 Menschen haben sich infiziert.

"Wir haben alle Behördenvorgaben mit unserem Hygienekonzept erfüllt", so Volker Hasch, der Betreiber des "Topsy Turvy" gegenüber dem SWR. Eine hundertprozentige Sicherheit bei der Kontrolle von Kontaktformularen könne man nicht gewährleisten.

Hasch und das gesamte Personal befinden sich aktuell in Quarantäne. Seit Bekanntwerden des Ausbruchs sieht er sich Hasskommentaren und Drohungen im Internet ausgesetzt. "Ich finde diese Hetzjagd, die jetzt stattfindet, ungerecht, weil wir an dieser Stelle dafür jetzt auch nicht so viel können", so Hasch

Nachverfolgung der Gäste schwierig

Die Nachverfolgung der Partygäste hat sich laut Landratsamt als sehr schwierig dargestellt. Der Clubbetreiber hatte erst Freitag weitere Kontaktbögen nachgeliefert. Zuvor hatten sich Corona-Positive gemeldet, die das "Topsy" besucht hatten, deren Kontaktdaten aber nicht beim Gesundheitsamt vorlagen.

Das Gesundheitsamt appelliert an die Gastronomen und Organisatoren von Veranstaltungen auf digitale Systeme zur Erfassung von Kontaktdaten zurückzugreifen, anstatt auf Zettel.

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34 Infektionen nach Partynacht gemeldet

Insgesamt 34 Infektionen sind aktuell rund um die Partynacht im "Topsy Turvy" gemeldet, so das Karlsruher Gesundheitsamt gegenüber dem SWR. Von den Infizierten sollen sich 25 Menschen direkt im Club angesteckt haben. Bei allen anderen soll es sich um weitere Kontakte handeln. Sechs Menschen sollen positiv getestet worden sein, trotz vollem Impfschutz.

Bei allen Infektionen wurde die Delta-Variante nachgewiesen. Bisher ist jedoch laut Gesundheitsamt kein schwerer Verlauf bekannt, der zu einer Klinikeinweisung geführt hätte. Alle Infizierte - egal ob geimpft oder nicht - müssen laut Gesundheitsamt nun in Quarantäne. Dies gilt auch für alle Kontaktpersonen, ausgenommen sind geimpfte.

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Reiserückkehrerin aus Mallorca löst Ausbruch mit aus

Die Ansteckungen bei der Party Anfang Juli seien auf zwei einzelne Personen zurückzuführen, so das Gesundheitsamt. Eine der beiden war demnach eine Reiserückkehrerin aus Mallorca, so Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD). Er hatte am vergangenen Freitag an die Karlsruher Bevölkerung appelliert, auch die niedrigen Infektionszahlen nicht zum Anlass für sorgloses Verhalten zu nehmen. Außerdem fordert er die konsequente Überprüfung von Tests bei Rückkehrern aus dem Ausland.

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