Hausärztin Nicola Buhlinger-Göpfarth aus Pforzheim impft eine junge Frau gegen Corona. (Foto: SWR)

Nach Schließung der Impfzentren

Pforzheim: Corona-Impfung bei Hausärzten - Ansturm auf Praxen?

STAND
AUTOR/IN

Nach der Schließung der Impfzentren müssen vor allem die Hausärzte die Corona-Impfungen vorantreiben. Eine große Herausforderung - auch für eine Praxis in Pforzheim.

Seit der Schließung der Impfzentren klingelt das Telefon in der Hausarzt-Praxis in Pforzheim-Huchenfeld noch ein bisschen öfter. Patienten, die sich rund um die Corona-Impfung beraten lassen oder am liebsten gleich vorbeikommen wollen. Denn Hausärztin Nicola Buhlinger-Göpfarth und ihr Team haben sich dazu entschlossen, die Corona-Impfungen ohne Termin anzubieten, um die Hürden möglichst niedrig zu halten.

Hausärzte: Höherer Beratungsbedarf zur Corona-Impfung

Etwa 15 bis 20 Impfungen mehr pro Tag werden in der Pforzheimer Praxis verabreicht, seit die Impfzentren geschlossen sind. Dazu kommt der gestiegene Beratungsbedarf. Nicola Buhlinger-Göpfarth hält es trotzdem für richtig, dass die Verantwortung für die Corona-Impfungen vornehmlich den niedergelassenen Ärzten übertragen wurde. Sie hofft, auch noch Unentschlossene zu überzeugen.

"Wir Hausärztinnen und Hausärzte kennen viele unserer Patienten schon seit Jahren und haben da einen Vertrauensvorsprung. Die Impfgegner werden schwierig zu überzeugen sein, aber es gibt eine große Gruppe der Impfskeptiker. Da sehe ich noch Chancen."

Nicht alle Hausärzte bieten Corona-Impfungen an

Nicola Buhlinger-Göpfarth hatte die Impfungen von Anfang an mit vorangetrieben, unkonventionell und pragmatisch. Sie hatte zum Beispiel als eine der ersten bundesweit eine Impfaktion auf einem Supermarktparkplatz angeboten.

In der Hausarztpraxis von Nicola Buhlinger-Göpfarth in Pforzheim wird der Corona-Impfstoff in eine Spritze aufgezogen. (Foto: SWR)

Die Pandemiebeauftragte für Pforzheim und den Enzkreis sieht allerdings noch Verbesserungsbedarf bei der Honorierung: Bisher erhalten die Ärzte 20 Euro pro Corona-Impfung. Vielen Hausärzten sei der Aufwand dafür zu groß, so dass sie nicht gegen Corona impfen würden.

Mobile Impfteams am Städtischen Klinikum Karlsruhe stationiert

Auch der Hausärtzeverband Baden-Württemberg stellt seit der Schließung der Impfzentren ein gestiegenes Interesse an einer Impfung beim Hausarzt fest. Der Ansturm sei aber aktuell "überschaubar" und von den Praxen zu bewältigen. Man habe dem Sozialministerium vorgeschlagen, dass eine Liste der impfenden Hausarztpraxen erstellt werde, damit auch Patienten, die keinen Hausarzt haben, sich informieren könnten.

„Die Impfung von vulnerablen Gruppen [...] hat nach wie vor äußerst hohe Priorität. Die mobilen Impfteams haben hierzu schon in der Vergangenheit einen wichtigen Beitrag geleistet und ihr unterstützender Einsatz ist weiterhin sehr wichtig und sinnvoll.“

Ergänzt wird die Arbeit der niedergelassenen Ärzte im Land durch 30 mobile Impfteams, die an zwölf Krankenhäusern stationiert sind. Eines davon ist das Städtische Klinikum Karlsruhe. Von hier aus besuchen die Impfteams vor allem Pflegeeinrichtungen, um Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine Auffrischimpfung anzubieten.

Mehr zum Thema:

Baden-Württemberg

Hausärzte sollen übernehmen Corona-Impfzentren in BW schließen - wie es jetzt weitergeht

Baden-Württemberg macht Schluss mit den Corona-Impfzentren: Am Donnerstag wurden dort die letzten Spritzen gesetzt, die Hausarztpraxen sollen übernehmen. Ist das der richtige Weg?  mehr...

Karlsruhe/Rastatt

Niedergelassene Ärzte und mobile Impfteams übernehmen Karlsruhe/Pforzheim/Rastatt: Kreisimpfzentren geschlossen

Am Donnerstagabend haben die Kreisimpfzentren in der Region, zum Beispiel in Karlsruhe, Pforzheim, Rastatt, Bruchsal oder Bühl geschlossen. Künftig übernehmen Arztpraxen das Impfen gegen Corona.  mehr...

Pforzheim

Astrazeneca-Impfung ohne Termin Lange Schlangen: Corona-Impfung auf Pforzheimer Supermarktparkplatz

Die Corona-Impf-Aktion auf einem Pforzheimer Supermarktparkplatz kam gut an. Binnen einer Stunde waren alle 700 Impfdosen vergeben. Die Menschen kamen aus ganz Süddeutschland.  mehr...

STAND
AUTOR/IN