Ein Baden-badener Arzt zieht eine Spritze zum Impfen auf (Foto: SWR)

Impfwillige stehen Schlange bis auf die Straße

Baden-Baden: Arzt wird Mietvertrag wegen Corona-Impf-Aktion gekündigt

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Teo Jägersberg

Ein Mal pro Woche impft ein Baden-Badener Arzt in seiner Praxis gegen das Coronavirus. Der Andrang ist riesengroß. Deswegen wurde ihm jetzt von der Hausverwaltung gekündigt. Doch es gibt ein Happy End.

Eine Hausordnung sollte man ernst nehmen, aber aus Sicht des Baden-Badener Arztes Egon Burg hat die Hausverwaltung diese Ordnung zu ernst genommen. Der Andrang bei der wöchentlichen Impfaktion in seiner Praxis ist so groß, dass die Menschen sogar im Treppenhaus warten.

Wenig Verständnis bei Impfwilligen

Der Hausverwaltung zufolge ist das jedoch verboten, schließlich dürfe sich laut Hausordnung niemand im Treppenhaus aufhalten. Also mussten alle Wartenden raus in die Kälte und der Arzt bekam sogar die Kündigung für seine Praxis.

Aber der Allgemeinmediziner lässt sich nicht stoppen, auch wenn seine Impfmotivation gerade auf eine harte Probe gestellt wird. Er impft weiter und die Menschen, die jetzt eben auf der Straße vor dem Haus in bester Innenstadtlage warten müssen, nehmen das in Kauf. Sie können aber kaum glauben, dass eine Hausordnung daran schuld ist, dass ihr Arzt sie jetzt im Regen stehen lassen muss.

Warten auf die Corona-Impfung: Lange Schlangen im Hausflur sorgten für die Kündigung der Corona-Impfarzt-Praxis (Foto: SWR)
Warten auf die Corona-Impfung: Lange Schlangen im Hausflur sorgten für die Kündigung der Corona-Impfarzt-Praxis

"Das war natürlich für mich vollkommen enttäuschend und frustrierend. Ich impfe an meinem freien Mittwochnachmittag und da kommt jemand daher und will mir meine Arbeit vermiesen."

Hausverwaltung kündigt Unterstützung für Corona-Impfaktion an

Rund 1.000 Menschen hat Egon Burg in den vergangenen Monaten bereits geimpft. Zu seinen Aktionen würden eben nicht nur seine Patienten kommen, deshalb auch das niedrigschwellige Angebot. Die Hausverwaltung, die den Eigentümer des Hauses vertritt, will sich nicht öffentlich äußern, aber gesteht eigene Fehler ein. Sie teilte dem SWR inzwischen mit, dass man die Impfaktivitäten des Arztes unterstützen wolle. Die Menschen dürften jetzt auch wieder im Treppenhaus warten und an der Kündigung wolle man auch nicht mehr festhalten. So hat die SWR-Recherche etwas bewirkt und Egon Burg kann weiter impfen.

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