Corona-Ausbruch in Rastatter Pflegeheim (Foto: SWR)

Corona-Ausbruch an Weihnachten

Weitere infizierte Person in Rastatter Pflegeheim gestorben

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AUTOR/IN
Rebekka Plies
Patrick Neumann

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Rastatter Pflegeheim ist eine weitere infizierte Person im Krankenhaus verstorben. Aktuell befinden sich noch fünf Bewohnerinnen und Bewohner in stationärer Behandlung.

Aktuell befinden sich laut Landratsamt fünf Bewohner im Krankenhaus, zwischenzeitlich sind zwei Personen an oder mit Covid-19 verstorben. Ob es sich dabei um die Omikron-Variante handelt, ist weiterhin nicht bekannt. Vier weitere Infektionen konnte das Landratsamt Rastatt am Mittwoch bestätigen. So sind jetzt 28 Bewohnerinnen und Bewohner einer Station des Rastatter Heims und mittlerweile neun Pflegekräfte mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt leben in der betroffenen Abteilung des Heims 33 Menschen.  

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Kritische Lage am Wochenende

Das Gesundheitsamt stellte am Wochenende - entgegen anderslautender Aussagen des Trägers - eine mangelhafte Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner fest, da zu viele Bedienstete vom Infektionsgeschehen betroffen sind. Der Träger des Rastatter Pflegeheim Haus Paulus, die Kursana Gruppe konnte zwischenzeitlich keine zusätzlichen Pflegekräfte mobilisieren, sodass das Landratsamt das Technische Hilfswerk (THW) anforderte. Aufgrund der Personalnot mussten demnach in den vergangenen Tagen in Absprache mit dem Gesundheitsamt sogar infizierte Pfleger mit infizierten Bewohnern weiterarbeiten. Zwischenzeitlich konnte der Betreiber die Personallage stabilisieren:

"Aktuell bestehen Mitarbeiter-Ausfälle, die wir durch interne Dienstplan-Umstellungen und Maßnahmen wie beispielsweise die Urlaubsrückholung und den Einsatz von Leasingkräften ausgleichen."

THW unterstützt Pflegekräfte

Das THW ist seit Montag vor Ort und unterstützt das Personal. Pflegerische Tätigkeiten sind davon ausgenommen. Dieser Einsatz ist derzeit bis Ende dieser Woche geplant. Das Landratsamt und die Stadt Rastatt stehen im engen Austausch mit dem Krisenstab. Auch die Unterstützung seitens der Bundeswehr steht im Bedarfsfall im Raum, sollte der Träger keine weiteren Pflegekräfte zur Verfügung stellen können. Zusammen mit der Stadt wurde eine Notbetreuung eingerichtet.

"Bitte nutzen Sie die Impfangebote des Landkreises insbesondere für Auffrischimpfungen, um sich bestmöglich vor schweren Krankheitsverläufen im Falle einer Infektion zu schützen."

"Impfquote überraschend niedrig"

Angaben des Landratsamts zufolge sei die Impfquote in dem betroffenen Haus überraschend niedrig. Diese Vorwürfe wies der Betreiber des Heims zurück. Eine Sprecherin der Kursana-Gruppe sagte, die Impfquote entspräche dem Bundesdurchschnitt, konkrete Zahlen nannte sie nicht.

"Bei den Bewohnern liegt die Impfquote im Bundesdurchschnitt. Trotz unserer langanhaltenden Impfkampagne gibt es immer noch Bewohner, die sich nicht impfen lassen wollen, oder bei denen medizinische Gründe dagegensprechen." 

Es wurden dem Träger daher nochmals kurzfristige Impfangebote über die mobilen Impfteams des Landkreises Rastatt für die nicht betroffenen Pflegebereiche angeboten. Das Landratsamt geht davon aus, dass die Spitze des Infektionsgeschehens in dem Pflegeheim noch nicht erreicht ist und rechnet mit weiteren Infektionen in den kommenden Tagen. Im Rastatter Pflegeheim Haus Paulus leben derzeit mehr als 100 pflegebedürftige Menschen.

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