Stadtmobil Carsharing Auto (Foto: Pressestelle, Stadtmobil Carsharing)

Stadtmobil in Karlsruhe gefragt wie nie

Noch keine Preiserhöhung beim Carsharing trotz hoher Spritpreise

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Johannes Stier

Die aktuellen Spritpreise schmerzen vor allem die, die viel unterwegs sind und oft tanken müssen. Menschen, die Carsharing nutzen, haben bislang die teuren Benzin- und Dieselpreise nicht zu spüren bekommen.

Beim Carsharing Anbieter Stadtmobil Karlsruhe gelten bislang dieselben Preise wie vor der Preisexplosion an den Tankstellen. Die Kilometerpauschalen, die die Nutzer von Stadtmobil zahlen, sind gleichgeblieben. Geschäftsführerin Anja Orth erklärt, die gestiegenen Kraftstoffpreise bewirkten natürlich hohe Kosten, denn jeder gefahrene Kilometer koste mehr Geld. Aber Stadtmobil sei bestrebt, das Angebot so aufrecht zu halten, wie es ist. Man versuche, jede Preiserhöhung zu vermeiden.

Branche will Kosten nicht weitergeben

Beim BCS, beim Bundesbverband Carsharing in Berlin erklärt man es so: Die mit dem Krieg in der Ukraine verbundenen Preiserhöhungen bei Kraftstoffen wirken sich nur zum Teil auf die Carsharing-Branche aus.

"Aktuell versuchen die Anbieter, Preiserhöhungen zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern."

Carsharing als Auto-Baustein im Mobilitätsmix

Viele Carsharing-Nutzerinnen und Nutzer haben kein eigenes Auto. Das heißt, für diese Kunden ist Carsharing der Auto-Baustein im Mobilitätsmix und muss für diese Haushalte langfristig berechenbar bleiben, erklärt Benjamin Plank vom BCS weiter.

Auto teilen liegt voll im Trend

Stadtmobil Karlsruhe bietet rund 1.400 Fahrzeuge in Karlsruhe und Umgebung an. Rund 26.000 Menschen sind bei Stadtmobil gemeldet, Karlsruhe ist Carsharing-Hauptstadt, hat die höchste Carsharing-Dichte aller deutschen Großstädte. Und das Carsharing-Angebot von Stadtmobil wird immer mehr genutzt. Geschäftsführerin Anja Orth berichtet, dass Stadtmobil durch stetiges Wachstum in den letzten 25 Jahren und durch Prozesse, die optimiert wurden, es geschafft hat, über viele Jahre die Preise nicht zu erhöhen.

Symbolbild Carsharing (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

"Ziel war niemals eine Gewinnmaximierung zu erhalten und wir haben sehr geringe Margen, es muss einfach nur aufgehen am Ende des Jahres."

Geringfügige Erhöhung der Kilometerpauschale ist denkbar

Wir werden das Preisniveau so nicht ewig halten können, erklärt Anja Orth weiter. Über eine geringfügige Anhebung der Kilometerpauschale werde in nächster Zeit gesprochen. Auch andere Anbieter, wie der Verein Colectivo Bruchsal mit gerade mal 30 Mitgliedern überlegt, mittelfristig die Kilometerpauschale um zwei oder drei Cent zu erhöhen.

Hohe Spritpreise führen zum Umdenken

Andererseits haben die hohen Preise an der Zapfsäule aus Sicht der Carsharing-Branche auch Vorteile. Die Vorteile von Carsharing, dem Teilen eines Autos, werden dadurch noch deutlicher. Das Mobilitätsverhalten wird sich ändern, davon ist Anja Orth überzeugt. Es wird mehr Bewusstsein geschaffen: brauche ich wirklich das Auto für diese Fahrt?

Carsharing statt eigenes Auto

Die hohen Spritpreise könnten Autofahrer auch dazu bringen, die Kosten genauer zu kalkulieren und sich für Carsharing als Alternative zu entscheiden. Um damit auf das eigene Auto oder zumindest auf einen von zwei Pkw im eigenen Haushalt zu verzichten.

Rein elektrische Carsharing-Angebote wie zeozweifrei in Bruchsal, die ausschließlich Autos mit Elektroantrieb anbieten, können ihre Preise halten. Sollten aber die Energieversorger ihre Strompreise erhöhen, könnte es auch für uns teurer werden, erklärte auf Anfrage Frank Schmidt von der zuständigen Wirtschaftsförderung Bruchsal.

Mobil ohne eigenes Auto Welche Trends gibt es beim Carsharing?

Wer mobil sein möchte, sich aber kein Auto anschaffen will, kann auf verschiedene Carsharing-Angebote zurückgreifen. Der Trend geht zu flexiblen Nutzungsmöglichkeiten.

Verkehrswende im Land BW-Verkehrsminister setzt auf Auto-Alternativen für junge Leute

Verkehrsminister Hermann (Grüne) will die Mobilitätswende im Land vorantreiben. Dafür setzt er auf die Fahrschulen: Sie sollen ihren Schülerinnen und Schülern Carsharing näher bringen.

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