Ein Schild des Karlsruher Landgerichts. Neun Männer müssen sich dort wegen Drogenhandels verantworten.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)

Richter thematisiert anstehende Cannabis-Legalisierung

Tausende Cannabis-Pflanzen entdeckt - Prozess vor Karlsruher Landgericht

STAND

Vor dem Karlsruher Landgericht stehen neun Männer, die mehrere Cannabis-Plantagen betrieben haben sollen. Es ist einer der größten Prozesse, die es jemals vor dem Landgericht gab.

Die Angeklagten sollen in Calw, Karlsruhe und Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) aktiv gewesen sein und mit dem Verkauf von Marihuana 1,2 Millionen Euro verdient haben. Die Anklage lautet auf bandenmäßigen Rauschgifthandel.

In Villingen-Schwenningen stand laut Anklage die größte Cannabis-Anlage, die bereits Geld abwarf. In Calw war eine zweite Plantage im Aufbau, in Karlsruhe wurde offenbar Ware gelagert und vertrieben. Hier fanden die Ermittler bei Durchsuchungen im März 2021 rund 20 Kilogramm Marihuana.

Langwieriger Prozess mit vielen Beteiligten

Die Verhandlung wird voraussichtliche mehrere Monate dauern, denn der Fall ist umfangreich - im Schwurgerichtssaal des Landgerichts sitzen neun Angeklagte mit 18 Anwälten und mehreren Dolmetschern der Staatsanwaltschaft und den Richtern gegenüber. 

Richter zieht Verbindung zu geplanter Teillegalisierung von Cannabis

Während der Verhandlung sprach der Richter offen die geplante Cannabis-Legalisierung an, die der Koalitionsvertrag vorsieht. Landwirte stünden in den Startlöchern, um künftig legal Cannabis anzubauen. Dabei verwies er auf Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP). Dieser sagte: "Wenn es Shops gibt, die Cannabis legal verkaufen dürfen, dann muss es auch Produzenten geben, die das legal anbauen und vertreiben dürfen."

Richter Heim sieht hier daher durchaus minder schwere Fälle, trotz der Menge an gefundenen Drogen. Er wolle deshalb "die Kirche im Dorf lassen". Dennoch betonte er, dass die Angeklagten keine Genehmigung hatten, die Drogen herzustellen und zu verkaufen.

Ermittler fanden mehrere tausend Cannabis-Pflanzen

Die in Karlsruhe ansässige Ermittlungsgruppe Rauschgift hatte im März 2021 mit mehr als 250 Einsatzkräften 15 Wohnungen und Gebäude durchsucht. Dabei entdeckten die Ermittler drei Plantagen mit mehreren tausend Cannabispflanzen sowie 30 Kilogramm Marihuana, 3 Kilogramm Amphetamin, Kokain, mehrere Autos, Luxusartikel und 250.000 Euro Bargeld. .

Drogenpolitik Cannabis legalisieren – PRO und CONTRA aus wissenschaftlicher Sicht

Jetzt wurde erste Eckpunkte eines Gesetzesentwurfs zur Legalisierung von Cannabis veröffentlicht. Ist eine Legalisierung von Cannabis aus wissenschaftlicher Sicht vertretbar? 

Baden-Baden

Ermittler werteten Chatnachrichten aus Baden-Baden: Prozess um Handel mit Hunderten Kilo Drogen - Angeklagter schweigt

Im Prozess in Baden-Baden um Drogenhandel im großen Stil hat der Angeklagte zum Auftakt zu den Vorwürfen geschwiegen. Der 33-jährige Mann aus Kehl soll Drogen im Wert von 1,2 Millionen Euro verkauft haben.

Konstanz

Prozess am Landgericht Konstanz Haftstrafe nach spektakulärer Verfolgungsjagd und versuchtem Drogenhandel

Das Landgericht Konstanz hat einen 29-jährigen Mann zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. In dem Prozess ging es unter anderem um Drogenhandel und gefährliche Körperverletzung.

STAND
AUTOR/IN
SWR