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In Birkenfeld hat sich am Samstag um den früheren Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück eine neue Partei gegründet. Die sogenannte "Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel" will bei der Bundestagswahl antreten.

Mehr als 50 Mitglieder haben die Gründungsurkunde bei dem Treffen in Birkenfeld (Enzkreis) unterschrieben. Uwe Hück will nach eigenen Angaben den etablierten Parteien das Fürchten lehren.

Klare Abgrenzung zum Nationalismus

Die "Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel" will erstmals zur Bundestagswahl antreten. Sie wolle ein größeres Meinungsspektrum zulassen als die klassischen Parteien, sich aber klar "gegen Nationalismus und Wissenschaftsleugnung" abgrenzen, sagte der designierte Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Christoph Mährlein, bei der Gründungsversammlung im ehemaligen Möbelzentrum Birkenfeld bei Pforzheim.

"Es ist keine Hück-Partei, sondern eine Bürgerbewegung."

Uwe Hück, Gründungsmitglied "Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel"

Satzung: "Berufspolitiker nicht erwünscht"

In der "Bürgerbewegung" sind laut Satzung Berufspolitiker nicht erwünscht. "Wir müssen mehr Mut haben und im Zweifel auch damit leben können, abgewählt zu werden", sagte Uwe Hück. Die Partei hofft bei der Bildung von Landesverbänden auf weitere Abtrünnige etablierter Parteien und will Schwung in die Politik bringen: "Wechsel gehört zur Demokratie." Es gehe um Veränderung und nicht um das "Weiter so". Die neue Partei werde dem Volk eine Stimme geben und in der Politik keine Freunde gewinnen. "Aber das Volk wird uns lieben", meinte Hück.

Uwe Hück bei der Gründungsveranstaltung der "Bürgerbewegung" (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Uli Deck)
Uwe Hück bei der Gründungsveranstaltung der "Bürgerbewegung" picture alliance/dpa | Uli Deck

Der Genosse Hück verließ die SPD im Streit

Der langjährige Sozialdemokrat Hück hatte die SPD im Dezember nach einem monatelangen Machtkampf im Streit verlassen. Das ehemalige Waisen- und Heimkind hat sich vom Lackierer bei Porsche zum mächtigen Gegenspieler der Autobosse hochgearbeitet. Mit seiner Pforzheimer Lernstiftung hilft er seit Jahren benachteiligten Jugendlichen. Für Charity-Projekte unter dem Motto "Blaue Flecke für soziale Zwecke" lässt sich der frühere Europameister im Thaiboxen auch mal "auf die Fresse hauen".

Scharfe SPD-Kritik im Vorfeld der Gründung

Kritiker werfen ihm vor, einen Zersetzungsprozess in der SPD in Gang gesetzt zu haben. Für Zündstoff sorgte etwa, dass er rund 100 neue Mitglieder angeworben und eine innerparteiliche Bewegung gegründet hatte.

"Er hat Menschen verprellt und ihnen durch seine Art Angst gemacht."

Michael Hofsäß, SPD-Landtagskandidat für den Enzkreis

Von der Pforzheimer SPD hagelte es auch vor dem Gründungstreffen von Hücks Bürgerbewegung Kritik. Angeblich wolle er junge Menschen unterstützen, so der Landtagsabgeordnete der SPD für den Enzkreis Michael Hofsäß. In der SPD habe man davon nichts gesehen. Es stelle sich die Frage, ob dieses Angebot nur für junge Männer und nicht für Frauen gelte.

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