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Wer Hunger hat, denkt nicht gleich an Mehlwürmer. Für das Start-up-Unternehmen Alpha-Protein sind die Würmer aber das Nahrungsmittel der Zukunft. In Bruchsal soll Deutschlands größte Insektenfarm entstehen.

Mitten in Bruchsal (Kreis Karlsruhe), zwischen Betonmauern und großen Lüftungsrohren, arbeitet das Start-up Alpha-Protein an dem Nahrungslieferanten der Zukunft: Mehlwürmer. Das ist das Produkt, aus dem die Träume des jungen Unternehmens bestehen. In dutzenden Plastikkisten wimmelt es nur so vor Larven, Würmern und Käfern. Sie alle sollen dabei helfen, vor allem unsere Lebensmittelversorgung einfacher zu machen. Die Idee dazu hatte Gia Tien Ngo. Während seines Studiums in den USA entdeckte er durch Zufall, wie viel Energie in den winzigen Mehlwürmern steckt.

Mehlwürmer als Protein-Ersatz

Weil ihm ohne das Fleisch wichtige Proteine fehlten und Fisch auf Dauer zu teuer war, begann Gia Tien Ngo immer öfter Mehlwürmer unter sein Essen zu mischen. Zurück in Deutschland wollte er daraus eine Geschäftsidee machen, merkte aber schnell, dass der Markt noch nicht für Lebensmittel aus Insekten bereit ist. Stattdessen dienen die Würmer jetzt als Futter für Schweine und Co. Der Vorteil: Für die Mehlwurmproduktion werden viel weniger Ressourcen benötigt als zum Beispiel bei der Herstellung von Soja. Außerdem kann man aus den kleinen Krabblern noch viel mehr rausholen.

"Wenn man sich die überalterten Käfer anschaut - sie können im Bereich der Kosmetik angewendet werden. Der Kot kann in der Landwirtschaft als Dünger verwendet werden."

Ein Mann trägt Mehlwürmer auf seiner Hand (Foto: SWR, Tobias Zapp)
In Bruchsal soll schon bald Deutschlands größte Insektenfarm entstehen Tobias Zapp

Eigenes Aufzuchtsystem für Würmer entwickelt

Die Mehlwürmer werden also zu hundert Prozent verarbeitet. Und sogar ihre Aufzucht ist nachhaltig. Ernährt werden sie nämlich aus Lebensmitteln, die man wegen Schönheitsfehlern eigentlich wegwerfen würde. Mehlwürmer als Allzweckwaffe. Allerdings fehlt dem jungen Unternehmen noch der Platz. Deshalb soll irgendwo im Raum Karlsruhe demnächst eine große Halle entstehen. Um dort dann optimal zu produzieren, hat das Start-Up sogar ein eigenes Aufzuchtsystem für die Mehlwürmer entwickelt, wie der Technische Leiter Rohi Shalati erklärt.

"Unser Aufzuchtsystem ist ein Hochregallager, das wir uns wie einen gigantischen Inkubator vorstellen müssen - 20 Meter hoch, 20 Meter breit und 120 Meter lang."

Interesse an Mehlwurm-Produktion ist groß

In diesem Hochregallager werden die Mehlwürmer dann vollautomatisch aufgezogen und versorgt. Für Alpha-Protein bedeutet das den Schritt in eine groß angelegte Produktion. Die ersten Interessenten stehen bereits Schlange. Und bei all dem Erfolg hoffen die jungen Unternehmer, dass ihre Mehlwürmer irgendwann vielleicht auch direkt auf unseren Tellern landen.

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