Der neue Tunnel in der Karlsruher Kriegsstraße wird auf Brandschutz getestet. (Foto: SWR)

Viel Rauch und Feuer

Brandschutztests im neuen Kriegsstraßentunnel Karlsruhe erfolgreich

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AUTOR/IN
Susanne Blank

Der neue Tunnel in der Karlsruher Kriegsstraße ist in der Nacht zum Mittwoch auf Brandschutz getestet worden. Ingenieure überprüften, ob die Sicherheitstechnik im Ernstfall funktioniert.

Ein Feuer in einem Tunnel: Das ist ein Horrorszenario und hat schon viele Menschenleben gekostet. Deswegen wird der Brandschutz in Tunneln besonders geprüft - in der Nacht zum Mittwoch war eine der Röhren des neuen Autotunnels in der Kriegsstraße in Karlsruhe an der Reihe. Brandschutzingenieure haben getestet, ob die moderne Sicherheitstechnik dort funktioniert.

Große schwarze Feuerpfannen stehen bereit. Sie werden mit Benzin gefüllt und angezündet. (Foto: SWR)
Bei der Brandschutzübung in Karlsruhe wurde in großen Feuerpfannen Benzin angezündet.

Versuch Nummer 1 - fließender Verkehr im Tunnel

Dabei wurden zwei verschiedene Szenarien getestet. Zunächst ein Brand bei fließendem Verkehr, bei dem plötzlich ein Auto in Flammen ausbricht. In diesem Fall soll die Lüftung auf volle Kraft angehen und den Rauch in Fahrtrichtung aus dem Tunnel drücken, damit die Autofahrer im Bereich vor der Brandstelle, wo sich möglicherweise Staus bilden, geschützt werden.

"Wir haben dafür Stahlwannen aufgebaut mit jeweils fünf Liter Benzin. Das entspricht in etwa einem Kleinwagenbrand. So soll nachgestellt werden, dass quasi ein Fahrzeug brennend zum Stehen kommt. Dann muss gesehen werden: Was passiert im Tunnel? Wir funktioniert die Branderkennung und Rauchabführung?"

Eine Autoattrappe im Tunnel. Sie kann mit Gas angezündet werden. (Foto: SWR)
Diese Autoattrappe wird mit Gas angezündet.

Versuch Nummer 2 - Stau im Tunnel

Für den zweiten Versuch wurde eine Autoattrappe mit Gas angezündet und so ein Brand während eines Staus simuliert. Dabei soll die Lüftung den Rauch an der Decke halten und vorsichtig aus dem Tunnel blasen, damit die Menschen aus ihren Autos und auch aus dem Tunnel kommen, ohne zu viel gefährlichen Qualm einzuatmen.

"Das passiert, bevor die Feuerwehr kommt, sodass die Feuerwehr sich dann auf die Löscharbeiten konzentrieren kann."

Die Sicherheitstechnik läuft komplett automatisch. Sie erkennt selbstständig das Feuer, ruft die Feuerwehr, startet die Notbeleuchtung und die passende Belüftung - je nach Rauchentwicklung und Verkehrssituation.

Im Tunnel in der Kriegstraße wird Rauch erzeugt. (Foto: SWR)
Der Rauch im Tunnel soll abziehen, ohne den Autofahrerinnen und Autofahrern gefährlich zu werden.

Beide Simulationen haben nach Angaben der Experten gut funktioniert. Das ganze Prozedere wird an anderen Stellen im Tunnel wiederholt. In der Nacht auf Donnerstag wird die zweite Röhre unter der Karlsruher Kriegsstraße genauso getestet. Wenn alles gut klappt, wird der Tunnel ab Mitte April für den Autoverkehr freigegeben.

Karlsruhe

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