Feuer in Recyclingbetrieb in Illingen (Foto: SWR)

Elektroschrott entzündet sich

Nach dem Großbrand in Illingen: Enzkreis ordnet Bodenproben an

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Heiner Kunold
Das ist Heiner Kunold (Foto: SWR)

Nach dem Brand in einem Elektroschrottunternehmen in Illingen hat der Enzkreis die Entnahme von Bodenproben angeordnet. Es besteht die Befürchtung, dass sich Schadstoffe in messbarer Konzentration niedergeschlagen haben könnten.

Wenn Elektroschrott verbrennt, entstehen Schadstoffe. Bei günstiger Wetterlage entweichen sie mit dem Rauch nach oben, verdünnen sich und spielen nachher keine Rolle mehr. Bei dem Brand in Illingen herrschte aber Inversionswetterlage, das bedeutet, Schadstoffe konnten nicht entweichen, sondern haben sich möglicherweise in der Nachbarschaft niedergeschlagen, befürchtet der Leiter des Umweltamtes im Enzkreis, Axel Frey.

Proben in Richtung Bretten und Mühlacker

Deshalb lässt der Enzkreis jetzt Bodenproben nehmen in Richtung Bretten und im Enztal Richtung Mühlacker. Untersucht werden sollen sensible Bereiche wie Kinderspielplätze, Kindergärten oder Schrebergärten. Die Proben sollten noch am Donnerstag von privaten Umweltunternehmen entnommen werden.

Ergebnisse sollen schnell veröffentlicht werden

Frey will sich dafür einsetzen, dass die Ergebnisse so schnell wie möglich bekannt gemacht werden. Der Enzkreis kündigte an, die Entnahmestellen auf einer Karte im Internet veröffentlichen zu wollen. Welche Schadstoffe entwichen sein könnten, kann Frey selbst nicht genau sagen. Dioxine, Furane und PCB nannte der Umweltamtsleiter. Im Gespräch mit dem SWR sprach Frey von einem Cocktail von Schadstoffen, die bei so einem Feuer entstehen könnten.

Messungen der Feuerwehr hatten zunächst keine Luftbelastungen ergeben. Trotzdem war die Bevölkerung in Illingen und Umgebung per Warnapp und per Rundfunk gebeten worden, Fenster und Türen verschlossen zu halten und nicht ins Freie zu gehen. Diese Warnungen waren noch am Donnerstagmittag wieder aufgehoben worden.

Über 170 Feuerwehrleute im Einsatz

Das Feuer war am Mittwoch gegen 22 Uhr auf dem Gelände des Recyclingunternehmens ausgebrochen. Im Außenbereich gelagerter Elektroschrott begann laut Polizei aus bislang unbekannter Ursache zu brennen. Mehr als 170 Feuerwehrleute waren nach Angaben der Feuerwehrleitstelle bei dem Einsatz am Abend vor Ort.

Hoher Rauchpilz über dem Gewerbegebiet

Die Arbeiten gestalteten sich noch am Donnerstagvormittag schwierig. Immer, wenn Radlader versuchten, den schwelenden Schrott auseinander zu ziehen, bekamen die Flammen neuen Sauerstoff und flackerten auf, so die Polizei. Der Rauchpilz habe teilweise mehrere hundert Meter hoch über Illingen gestanden. Es habe auch Anrufe von Menschen aus dem rund 26 Kilometer entfernten Bruchsal wegen Geruchsbelästigung gegeben.

Schaden lässt sich noch nicht beziffern

Ersten Erkenntnissen zufolge könnte der Brand durch eine Batterie ausgelöst worden sein, der verbotenerweise mit dem Elektroschrott entsorgt wurde. diese Vermutung äußerte auch der Leiterr des Umweltamtes im Enzkreis, Axel Frey. Der Schaden bei dem Recyclingbetrieb belaufe sich auf eine fünf- oder sechsstellige Summe. Verletzt wurde niemand.

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