Rekruten der Bundeswehr beim Biwak im Bruchsaler Wald (Foto: SWR)

Grundausbildung bei der Bundeswehr

Vier Tage Biwak mit der Bundeswehr in Bruchsal - jetzt auch im Fernsehen

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AUTOR/IN
Martin Besinger

Zur Grundausbildung bei der Bundeswehr gehört das sogenannte Biwak. Hier üben Soldatinnen und Soldaten im Gelände, was sie vorher gelernt haben. Was dort passiert, zeigt eine vierteilige SWR-Reportage aus Bruchsal.

Rund drei Monate dauert die Grundausbildung bei der Bundeswehr. Sie soll nach Angaben der Bundeswehr, den Rektrutinnen und Rekruten das militärische Handwerkszeug vermitteln. Den Abschluss bildet dabei das Biwak, bei dem sie vier Tage lang unter Realbedingungen das gelernte umsetzen.

Reportage-Serie: Feldlager-Alltag bei das Bundeswehr in Bruchsal

Ein solche Biwak fand Anfang März im Wald bei Bruchsal statt. Rund 30 angehende Soldatinnen und Soldaten nahmen daran Teil. SWR Reporter Martin Besinger hat sie dabei Tag und Nacht begleitet und im Live-Blog darüber berichtet. Nun ist daraus eine vier-teilige Fernsehreportage für die SWR Landesschau entstanden.

Begleitet werden dabei die Rekruten Linda Zobel und Simon Werner. Beide sind Anfang 20, machen den freiwilligen Wehrdienst beim Heimatschutz der Bundeswehr und sind dennoch vom Charakter her grundverschieden.

Rekrutin Linda Zobel macht Feuer beim Biwak (Foto: SWR)
Rekrutin Linda Zobel hat gerade den Bachelor in der Tasche und will anschließend den Master an der Hochschule der Medien in Stuttgart machen. Dazwischen macht sie den freiwilligen Wehrdienst beim Heimatschutz. Bild in Detailansicht öffnen
Simon Werner hat gerade Abitur gemacht und will anschließend Wirtschaftspsychologie studieren. Für ihn ist das Biwak ein Abenteuer, außerdem findet er diese Erfahrungen hier gut für den Lebenslauf. Bild in Detailansicht öffnen

Folge 1: Die Aufwärmphase

Der erste Tag ist geprägt von vielen Erwartungen. Die Rekrutinnen und Rekruten sind zwar bereits draußen im Wald, dürfen die Nacht aber noch in der Kaserne in ihren Betten verbringen. Sie üben Marschieren und Ausweichen und sie lernen sich zu orientieren.

Schütze Zobel macht sich über vieles Gedanken. Schütze Werner sieht seine Zeit bei der Bundeswehr als großes Abenteuer. Am Ende wird sich zeigen, wer besser durchs Biwak kommt.

Folge 2: Jetzt wird's ernst

Die Soldatinnen und Soldaten stehen vor der ersten großen Herausforderung: der acht Kilometer lange Marsch zum Lagerplatz - mit schwerem Gepäck.

Nun stehen die Ausbilder im Fokus: Oberstabsgefreiter Burkhardt und Oberfeldwebel Fischer. Wie stehen sie zu dem, was sie da tun? Im Gegensatz zu den Rekruten im Heimatschutz sind die Ausbilder Zeitsoldaten und könnten theoretisch auch im Ausland eingesetzt werden. Solche Gedanken sind zu Beginn des Ukraine-Kriegs stärker denn je da.

Nach dem langen Marsch gibt es gleich die nächste Herausforderung: Die Soldatinnen und Soldaten dürfen sich noch nicht ausruhen, sondern müssen Stellungen bauen, für einen möglichen Angriff. Erst nachmittags dürfen sie ihre Zelte aufbauen. Mit dem Wissen, die nächsten Tage draußen in der Kälte zu verbringen, nimmt auch die Anspannung zu.

Folge 3: Routine und ein besonderer Gast

Es kehrt Routine ein. Die Soldatinnen und Soldaten haben sich an das Lagerleben gewöhnt und wissen mittlerweile, was zu tun ist.

Unter ihnen ist ein besonderer Gast: Vikar Alexander Muth. Er macht ein sechsmonatiges Praktikum in der Militärseelsorge und durfte das Biwak begleiten. Nach der Schule hatte er damals den Kriegsdienst verweigert und stattdessen Zivildienst gemacht.

Jetzt, angesichts des Ukraine-Kriegs, hat sich seine Sichtweise auf die Bundeswehr etwas geändert, erzählt er. Eine Waffe werde er aber trotzdem nicht in die Hand nehmen. Er schläft aber ebenfalls draußen, bei den Rekruten. Zu dem Zeitpunkt wusste er aber noch nicht, was in der darauffolgenden Nacht passiert.

Folge 4: Angriff in der Nacht

Die Nacht ist dunkel und kalt, aber nicht für die Rekruten - bei einem Nachtangriff kommen sie mächtig ins Schwitzen. Auch das Feuer am Platz der Gruppe darf nicht ausgehen - jetzt bloss nicht vor Erschöpfung einschlafen...

Folge 5: Geschafft!?

Am nächsten Morgen ist von Entspannung und guter Stimmung wenig zu spüren. Den Soldatinnen und Soldaten merkt man die Erschöpfung der letzten Tage und vor allem der letzten Nacht an. Und trotzdem geht die Ausbildung weiter. Später wird aufgeräumt, Zelte abgebaut, Stellungen zugeschüttet, Patronenhülsen eingesammelt. Das Ende ist in Sicht, die Rekruten sammeln ihre letzte Energie für den langen Marsch zurück in die Kaserne. Doch nicht alle schaffen den Weg zurück.

Letzter Tag im Biwak: zusammenpacken und aufräumen (Foto: SWR)
Rekrutin Linda Zobel packt ihr Zelt zusammen. Bild in Detailansicht öffnen
Gemeinsam geht's schneller. Die Rekrutinnen hatten nur eine halbe Stunde Zeit zum packen. Bild in Detailansicht öffnen
Das haben sie aber locker geschafft. Bild in Detailansicht öffnen
Auch das Feuer wird gelöscht. Bild in Detailansicht öffnen
Simon Werner muss zusammen mit anderen Soldaten die Patronenhülsen aufsammeln. Bild in Detailansicht öffnen
Anschließend schüttet Linda Zobel die gegrabenen Stellungen zu. Bild in Detailansicht öffnen
Bruchsal

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