Symbolbild einer Biogasanlage (Foto: IMAGO, IMAGO / Olaf Döring)

Viele Ideen, aber keine konkreten Pläne

Ettlinger Umweltausschuss berät über geplante Biogasanlage

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Heiner Kunold
Das ist Heiner Kunold (Foto: SWR)

Der Ausschuss für Umwelt und Technik in Ettlingen berät am Mittwoch über eine Biogasanlage. Oberbürgermeister Arnold hatte eine kommunale Anlage zur Verwertung von Bioabfällen und Grünschnitt vorgeschlagen.

Energie aus vorhandener Biomasse gewinnen. Das ist einer von zehn Bausteinen der kommunalen Energiewende in Ettlingen. Oberbürgermeister Johannes Arnold schwebt eine Anlage vor, die gemeinsam mit den Städten Bretten, Bruchsal und Karlsruhe betrieben werden könnte. Die Kosten sollen 25 Millionen Euro betragen. Rund 50.000 Tonnen Grünschnitt und Bioabfälle aus den vier Städten könnten dort verarbeitet werden.

Wo die Anlage stehen soll, ist noch unklar

Allerdings müsse zunächst die Standortfrage geklärt werden, erklärte Brettens Stadtwerkechef, Stefan Kleck, dem SWR auf Anfrage. Ansonsten sei eine gemeinsame Verwertung auf jeden Fall sinnvoll, so Kleck. Als Standort ist bislang ein Gebiet an der A5 bei Ettlingen unweit der Anschlussstelle Karlsruhe-Süd direkt neben dem Park-and-Ride Parkplatz im Gespräch.

Der Standort liegt direkt neben einem Grünschnittsammelplatz, er wäre auch für den Verkehr bereits erschlossen. Das sind die Pluspunkte. Allerdings müsste ein Verein dort sein Gelände aufgeben, was gegen den Standort spricht. Die Städte Ettlingen, Bretten und Bruchsal arbeiten in Sachen alternative Energien bereits zusammen. So haben die Stadtwerke der drei Kommunen unlängst eine größere Photovoltaikanlage an der A5 bei Karlsdorf-Neuthard eröffnet.

Bestehende Verträge könnten weitere Planung behindern

Auch Karlsruhes Umweltbürgermeisterin Bettina Lisbach findet die Idee einer regionalen Bioabfallverwertung grundsätzlich gut. Das Problem in Karlsruhe: Die Stadt schickt ihren Bioabfall bereits nach Westheim in der Pfalz und nach Flörsheim in Hessen, insgesamt 15.000 Tonnen pro Jahr. Dafür gibt es langfristige Verträge bis ins Jahr 2036. Es müsse zunächst einmal geprüft werden, ob diese Verträge möglicherweise vorzeitig beendet werden könnten, so Lisbach.

Konkrete Pläne fehlen bislang

Bislang gibt es also eine Idee, aber noch keine konkreten Pläne. Wie viel Biomüll kommt aus den Nachbargemeinden nach Ettlingen? In welcher Höhe würden sich die Nachbarn an dem 25 Millionen Euro Projekt beteiligen? Schließlich die Frage: Ist der Standort im Ettlinger Norden gut gewählt, oder droht hier eine anhaltende Geruchsbelästigung? Die Ettlinger Gemeinderäte, aber auch die Gremien in den Nachbargemeinden müssen zunächst ihre Hausaufgaben machen.

Informationsfahrt in den Schwarzwald geplant

Für den 2. Dezember lädt die Stadt Ettlingen alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsfahrt in den Nordschwarzwald ein. In Neubulach im Kreis Calw steht eine solche Biogasanlage. Dort können Fragen wie die nach der Geruchsbelästigung gestellt werden.

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