Schwimmerbecken Fächerbad (Foto: SWR, Ines Kunze)

Die Besucher kommen trotzdem

Hallenbäder in Karlsruhe, Bühl und Bruchsal im Energiesparmodus 

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Ines Kunze, Heiner Kunold

Fast alle Hallenbäder und Saunen in Mittelbaden zwischen Bühl und Bruchsal haben ihre Temperaturen gesenkt. In der Regel liegen die Wassertemperaturen um ein bis zwei Grad unter früheren Werten. Die Besucher kommen trotzdem.

Im späten Herbst  sind die Energiekosten zum Beispiel für die Karlsruher Schwimmbäder mit über acht Millionen Kilowattstunden Stromverbrauch ein großes Thema. Das Ziel, sich noch selbst zu finanzieren, hat die Stadt längst aufgegeben: 

"Die Kosten überholen uns eh von rechts und wir müssen den Menschen ein Freizeiterlebnis bieten."

Stattdessen wurde in den Karlsruher Hallenbädern die Wassertemperatur um bis zu zwei Grad gesenkt, die Saunen wurden teilweise um bis zu fünf Grad heruntergekühlt. Kurzum: Gezielt wurde der Stromverbrauch so gesenkt, dass es den Besuchern nicht auffallen soll. Aber funktioniert das? 

Sparmaßnahmen in Karlsruher Hallenbädern so unauffällig wie möglich 

Ein Besuch im Fächerbad: Das Hallenbad im Norden der Stadt wurde in den vergangenen Jahren auf den energetisch neusten Stand gebracht. Trotzdem gibt es auch hier Sparmaßnahmen: Das Außenbecken ist geschlossen, das Wasser in den Becken innen ist ein bisschen kälter. Die Waschbecken wurden auf Kaltwasser umgestellt, das Personal achtet darauf, dass kein unnötiges Licht brennt. 

Kinder frieren leichter 

Eine Sportlehrerin gibt an einem der heruntergekühlten Becken gerade Schwimmunterricht. Sie erzählt von frierenden Kindern, denn die hätten einfach nicht so viel Fettgewebe wie Erwachsene. Trotzdem ist sie ein Fan der Strategie: Alles sei besser, als dass die Bäder wieder schließen müssten. Viele Kinder würden sonst nicht schwimmen lernen. Und im Nichtschwimmerbecken ist die Temperatur ohnehin gleichgeblieben: 

"Ich kann den Kindern keine kalten Becken präsentieren, ansonsten kommen die nach 15 Minuten raus und sind erkältet." 

Die erwachsenen Gäste im Fächerbad ertragen die niedrigeren Temperaturen mit Gleichmut, manche finden sie sogar besser.  Allerdings kommen auch auf das Fächerbad hohe Kosten zu: Ab dem neuen Jahr gelten neue Stromtarife. Dann muss die Stadt neue Lösungen suchen.

Einzelne Beschwerden im Hallenbad Rheinstetten

Andere Hallenbäder in der Region handhaben es ähnlich wie das Fächerbad in Karlsruhe: Das Hallenbad in Rheinstetten hat die Wassertemperatur in seinem Schwimmerbecken beispielsweise von 29 auf 27 Grad abgesenkt. Das Nichtschwimmerbecken ist ebenfalls zwei Grad kälter und liegt jetzt bei 29 Grad. Auch die Hallentemperatur wurde in gleicher Weise abgesenkt. Es gebe einzelne Beschwerden, meldet der Bademeister. Aber es kommen nicht weniger Leute nach Rheinstetten ins Hallenbad, merkt er an.

Um ebenfalls Energie zu sparen hat die Albtherme in Waldbronn ihre Saunen um fünf Grad abgekühlt. Einzelne Angebote wie die Herrensauna sind ganz gestrichen. Auch das Hexenhäusle im gemischten Bereich ist geschlossen. Ansonsten bieten die Becken weiter Temperaturen von 28 und 30 Grad, das Außenbecken sogar bis 33 Grad.

Schwarzwaldbad Bühl: Besucherzahlen wie im Vorjahr

Wie das Fächerbad in Karlsruhe hat auch das Schwarzwaldbad in Bühl sein Außenbecken stillgelegt. Innen wurden die Temperaturen moderat um ein Grad gesenkt. Auch der Warmbadetag ist gestrichen. Die Beschwerden nehmen aber ab, heißt es auf Anfrage, die Besucherzahlen entsprächen denen des Vorjahres.

Das Stadtteilbad in Pforzheim Eutingen ist aktuell das einzige Hallenbad, das in Pforzheim überhaupt geöffnet hat. Hier wurden Wasser- und Umlufttemperaturen ebenfalls um etwa zwei Grad gesenkt. Die Wassertemperaturen liegen hier innen bei 26 Grad, außen steht das Thermometer bei 28 Grad.

Sprungbecken Fächerbad Karlsruhe (Foto: SWR, Ines Kunze)
Kühleres Wasser um Energie zu sparen: Wie das Fächerbad Karlsruhe ergreifen andere Schwimmbäder in der Region ähnliche Maßnahmen. Ines Kunze

Rund ein Drittel weniger Gäste im SaSch! Hallenbad in Bruchsal

Im Bruchsaler SaSch! Hallenbad wurden die Temperaturen aus Umweltüberlegungen bereits im Frühjahr um rund zwei Grad gesenkt. Die Becken liegen aktuell bei 28 Grad oder knapp darunter. Die Hallentemperatur beträgt immer noch 30 Grad. Der Badebetrieb habe nachgelassen, heißt es in Bruchsal, aber nicht erst mit den niedrigeren Temperaturen. Schon seit Corona kommen rund ein Drittel weniger Gäste als früher.

Das kleine Hallenbad in Ubstadt-Weiher ist seit November wieder an vier Tagen in der Woche geöffnet: Montags, mittwochs, freitags und sonntags steht es zu bestimmten Zeiten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Allerdings wurde auch in Ubstadt der Warmbadetag gestrichen. Das Wasser ist etwas kühler als früher und hat jetzt eine Temperatur von 26 Grad.

Thermarium Bad Schönborn: Verkürzte Öffnungszeiten am Abend

Das Thermarium in Bad Schönborn hat seit November ein Außenbecken geschlossen. Außerdem wurden die Öffnungszeiten am Abend um eine Stunde reduziert. Die Wassertemperatur in den Thermalbädern ist um ein Grad abgesenkt worden und liegt jetzt noch zwischen 32 und 35 Grad. Als Therapieeinrichtung könne man die Temperaturen nicht beliebig absenken, hieß es auf Anfrage. Natürlich halte sich die Begeisterung für solche Sparmaßnahmen auch hier in Grenzen.

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